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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 11-12 (1863) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
11-12 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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172 Mühe geben und darauf einlassen wollte, alle die Falschheiten, oder besser die Abgeschmacktheit und Ruchlosigkeit einer solchen „Eregese" nachzuweiseu oder zu widerlegen. Ein Mensch von gesunden Sinnen, ja ein Kind, das nur lesen kann, muß sagen, daß es purer Unsinn ist, wenn Jemand z. B. in den einfachen, klaren Worten: „Siehe gen Himmel und zähle die Sterne u. s. w. etwas Anderes finden will, als die Verheißung einer großen, zahlreichen Nachkommenschaft; denn auf die unzählbare Menge der Sterne, aber nicht auf ihren festen unwandelbaren Gang in ihren „vorgezeichneten Laufbahnen" wird Abraham hingewiesen, wie ja auch schon im Kap. 13, 18 der Herr zu Abraham gesagt hat: „Ich will deinen Samen machen, wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deinen Samen zählen;" und wie er Kap. 17, 2 abermals zu ihm spricht: „Ich will meinen Bund zwischen mir und dir machen, und will dich fast sehr mehren." — Ist aber in den Augen und nach der Meinung des Herausgebers des „orthodoren Centralorgans" die „Agadische Eregese" der angeführten Stelle nicht nur richtig, sondern vielleicht gar noch eine tiefe Weisheit: so müssen doch auch die „Nachkommen" Abrahams „stets" in seinen „Fußtapfen wandeln und sich nie durch irgend eine Verführung vom rechten Wege der Frömmigkeit" haben „ableiten lassen." Wir wollen dabei gar nicht fragen, wie dies doch möglich gewesen sein kann, da die Propheten alle ohne Ausnahme die beständige Klage über fortwährende grobe Abweichungen Israels vom Wege der Frömmigkeit führen; aber wir fragen, wie kann denn derselbe Herausgeber „des Israeliten" jener „Agadifchen Eregese" gradezu ins Gesicht schlagen und dieselbe gradezu als Lüge brandmarken, indem er in Nr. 30 des genannten Blattes in einer, wie es scheint, von ihm selbst herrührenven Rede S. 382 wörtlich sagt: „Da nun Israel seine Aufgabe als Mustervolk nicht erfüllt hat, da es in seiner Vereinigung in Sünde und Laster verfallen war, so hat eö der allmächtige Gott in die ganze Welt zerstreut und so es nicht allein von vielen Schlacken gereinigt, sondern auch jeden einzelnen Israeliten unter die Völker als Verkünder der Wahrheit und als lebendigen Träger des Gotteswortes gesandt." In diesen

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