Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS Geschichte hinabgeflossen sind, eine, die so gewaltig die Sympathie und Bewunderung der Welt beansprucht?.. Wo findet Ihr eine Geschichte, die mit der von Israel verglichen werden könnte? Wo giebt eS eine Geschichte, die solche Glanzpunkte enthält? Ihr mögt den Juden ansehen als den wahren Monarchen von Judäa, oder als den Gefangenen Babylons, oder als den Fremdling in Spanien, oder als den emsigen Kaufmann von London: überall ist sein Dasein von einem Etwas umgeben, das keine andere Nation hat. Betrachtet ihr die Juden als eine Nation, wo giebt es eine, die so alt wäre, wie diese? Ihre Wiege steht in dem grauen Alterthum, sie bildet gleichsam die Berbindungsbrücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Weit mächtigere und größere Nationen haben bestanden, sind aber von der Erde hinweggefegt worden. Aegypten, Babylon, Assyrien, Griechenland und Rom haben zu ihrer Zeit geblühet aber sie sind dahin. Der Strom der Zeit hat sie hinweggesührt aus der Liste der Nationen. Aber Israel ist noch vorhanden; obgleich umhergeworfen auf den Wellen des Mißgeschicks, fortgeschwemmt unter Triebsand und Strömung, ist es da, nicht zwar als eine compacte Nation, sondern zerstreut. Ja mitten unter allen ist es noch eine Nation, und zwar eine Nation belebt von einer Hoffnung, von einer Begeisterung. Die Sonne von Nubien hat sein Gesicht verbrannt, aber sie hat sein Nationalgefühl nicht verzehrt. Die Kälte der Eisregionen hat sein heißes orientalisches Blut etwas gedämpft, aber sie hat es nicht vermocht, die Quelle seiner Hoffnung, seine Nationalhoffnung gefrieren zu machen. Der Tag wird kommen, wo ganz Israel gesammelt wird in ein Land, und wo ein Hirte sie führen wird. Ich frage Euch daher, ob nicht eine solche Nation Anspruch hat auf das christliche Herz? Wenn wir unfern Segen den Völkern bringen, die im Vergleich zu Israel nur von gestern sind, sollen wir unfern besten Segen dem Volke Israel vorenthalten? Sollen wir die armen Wilden mit einem Segen bedenken, und denselben einer Nation wie Israel ist, verweigern? Wahrlich, nein!" Nachdem der Redner noch besonders hervorgehoben, daß wir unter Anderem den Juden auch die Erhaltung der Bibel verdanken, forderte er die Versammlung auf, die Judengesellschaft zu unter-