Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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143 wir hören und thun." Israel fühlt im tiefsten Grunde seines Herzens das Bedürsniß, die Nothwendigkeit, die Unentbehrlichkeit eines Mittlers. Sie selbst können nicht zu Gott nahen, und sie bitten, er solle nur nicht zu ihnen nahen. Heiligkeit und Sünde, Gott und Sünder können ohne Vermittelung keine Gemeinschaft mit einander haben. Da sprachen sie zu Mose: „Tritt du hinzu," und damit sprachen sie den Wunsch und das Verlangen nach einer Mittelsperson auö. Zwar könnte es scheinen, als sei hier gar nicht von einem andern Mittler die Rede, als eben nur von Mose. Allein der Herr, der in das Verborgenste des Herzens schaut und das Verlangen, das in der Tiefe der Seele verborgen ist, ebenso kennt, wie daö in Worten klar ausgesprochene, der sieht außer dem, wasJsraels Mund bekennt, noch etwas Anderes, das dem menschlichen Auge verborgen ist. Wie dort am rothen Meere der Herr allein das Schreien Moses hörte, so findet er hier in Israels Bitte noch ein anderes verborgenes Sehnen und Verlangen, das er, der gern über Bitten und Verstehen thut, ebenso berücksichtiget. Dies demüthige Gefühl und Bekenntniß der Schuld und des wohlverdienten Todes im Angesichte seines Gottes, ist dem Herrn, der nicht Lust hat an dem Tode und Verderben des Sünders, und der, so bald sich ein Sünder nur vor ihm beuget und demüthiget, ihn mit erquickenderOnade ansteht, so lieb und angenehm, daß er nach 5 Mos. 5, 28 zu Mose spricht: „Ich habe gehöret die Worte dieses Volkes, es ist alles gut, was sie geredet haben." Israel denkt wohl nur an sich, nur an die Gegenwart; der Herr aber denkt an Kinder und Kindeskinder bis in die spätesten Zeiten. Er verheißt daher auf dies dringende Begehren Israels einen Propheten, der, wie Moses zwischen Gott und Israel stand und die Vermittelung übernahm, ebenfalls das Amt eines Mittlers führen und sich als Mittler erweisen sollte. Das Merkmal, das demnach hier angegeben wird^ als dasjenige, worin Moses ein Vorbild auf den Messias sein sollte, ist überhaupt das Mittlcramt. Dies ist klar und deutlich ausgesprochen, aber nicht, er soll so demüthig sein wie Moses, er soll und wird Israel so strafen, wie Moses u. dergl. Ist aber das Mittleramt das Moment, in welchem der verheißene Prophet seinem Vorbilde Moses ähnlich sein soll: so ist damit auch