Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 in den willkürlichen und nichtssagenden klemstria-Folgerungen der jüdischen Rabbinen, sondern wir wollen vielmehr auf innere Gründe in unserer Stelle Hinweisen, aus denen hervorgeht, daß hier von keinem gewöhnlichen Propheten, weder vön Jeremias, noch von Jesaias, noch von irgend einem die Rede sein kann, vielmehr noth« wendig der Messias verstanden werden muß. Mit diesen innern Gründen werden wir zugleich die Antwort auf unsere zweite Frage verbinden, nämlich: Worin besteht die Aehnlichkeit oder Gleichheit Beider? mit andern Worten: in welcher Hinsicht und in welchen Stücken ist MoseS ein Vorbild auf den Messias? Gar nicht zu gedenken der oben schon angeführten höchst willkürlichen Vergleichungspunkte zwischen Mose und den» verheißenen Propheten, hat man bei Beantwortung unserer Frage freilich auch von christlicher Seite oft mancherlei Momente hervorgehoben, in welchen sich die Aehnlichkeit zwischen Mose und dem Messias finden soll, die aber in unserer Stelle gar keine Begründung und Berechtigung finden. So hat man namentlich und besonders auch auf 4 Mos. 12, 6 — 8 hingewiesen. Dort spricht der Herr: -, Höret meine Worte: ist Jemand unter euch ein Prophet des Herrn, dem will ich mich kund machen in einem Gesicht, oder will mit ihm reden in einem Traum. Aber nicht also mein Knecht Mose, der in meinem ganzen Hause treu ist. Mündlich rede ich mit ihm, und er siehet den Herrn in seiner Gestalt, nicht durch dunkle Worte oder Gleichniß." Nach diesen Worten, in denen ein bestimmter Unterschied zwischen Mose und den andern Propheten^»gegeben ist, der 5. Mos. 34, 10 noch als ein geschichtlich eingetWener bestätigt und hervorgehoben wird, würde die Aehnlichkeit zwischen Mose und dem Messias darin bestehen, daß der Letztere als der eingeborne Sohn Gottes mit seinem himmlischen Vater geredet und in unmittelbarem Umgänge gestanden, auch in seiner Niedrigkeit als Menschensohn die Offenbarungen ohne Vermittelung von Gesichten, Träumen u. s. w. empfangen hat. Allein dieser Umstand ist in der Verheißung 5 Mos. 18 durchaus nicht erwähnt und man könnte und dürfte doch nur dann an das Aufsuchen besonderer Merkmale der Aehnlichkeit denken,