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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 9-10 (1863) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
9-10 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 ten, alle im Finstern umhertappten. Schon die Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit der Meinungen, auf welche die einzelnen Erklärer verfallen sind, bezeugt unwidersprechlich, daß sie in ihren eigenen Angaben und Ansichten keine Befriedigung und Gewißheit fanden. Bei jüdischen Rabbinen ist ein solches Bestreben nicht befremdend, denn sie wurden aus polemischen Gründen und Rücksichten veranlaßt, Alles hervorzusuchen, um, wenn es möglich wäre, nur die messianische Erklärung fern zu halten; befremdend und betrübend ist cö aber, daß auch Christen in diese Fußtapfen traten, statt in die der Apostel deS Neuen Testaments. Mit zweifelloser Festigkeit und Bestimmtheit erklärt dagegen das Neue Testament, daß der Prophet wie Moses kein anderer ist, als der MesstaS, Jesus von Nazareth. Wenn nach Joh. 1, 45 Philippus zu Nathanael spricht: „Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn, von Nazareth," so ist freilich nicht gesagt, welche Stelle „im Gesetz" Philippus vor Augen haben mochte, aber eS liegt wohl keine so nahe, wie grade unsere Stelle 5 Mos. 18,15—19. Der Evangelist und Apostel Johannes erzählt Joh. 6, 1 —14 ein Wunder, wie Jesus 5000 Mann mit wenigen Broden speiste. Am Schluß dieser Erzählung sagt Johannes: „Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll." Man könnte vielleicht entgegnen, hier ist gar nicht gesagt, daß Johannes oder die Menschen, die Jesum hier für den Propheten erklärten, „der in die Welt kommen soll," gedacht oder gemeint hätten, er sei der in 5 Mos. 18 verheißene Prophet; es liege.im Gegentheil eine andere Stelle deS Alten Testaments viel näher, nämlich die: Mal. 4, 5, in welcher auch ein Prophet verheißen wird, da es heißt: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia u. s. w." Allein diese Weissagung wird in Joh. K, 14 schon einfach dadurch ausgeschlossen, daß es im folgenden V. 15 heißt: „Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn Haschen, daß sie ihn zum Könige machten u.s.w." Denn offenbar verstanden die Menschen, die in Jesu „den Propheten" erkannten, den Messias, daher sie ihn gleich zu ihrem Könige machen wollten. Und welche Stelle der Schrift konnten sie

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