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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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123 Proselyten ab. So viel Interessantes auch auf dem Wege war, jo muß ich es doch übergehen, da mein Bericht, wie ich fürchte, so schon zu lang ist. Am 2. Oktober, dem dritten Tage unserer Reise, erhielt ich ganz früh am Morgen, ehe wir weiter reisten, einen Besuch von einem Felascha. Der Ort heißt Kunsela, am Ufer des Tsana-Sees. Ich unterhielt mich mit ihm über Hosea 3 und Daniel 9. Ehe er mich verließ, bemerkte er: „Alles, was Sie sagen, ist wahr, denn es steht geschrieben im Worte Gottes. Ich fürchte, daß Gott die Felascha daher strafen wird, daß sie Sie bei dem Könige verleumdet haben. Und Sie werden sich rächen und den König bewegen, daß er uns mit Gewalt zu Christen mache." „Rein, mein Freund," sagte ich, „ich fürchte Gott mehr als den König und im Falle, daß er so zu handeln wünschen sollte, so würde ich mich ihm zu Füßen werfen und ihn bitten, jedem Felascha es frei zu lassen, nach seinem eigenen Gewissen zu handeln, aber ich hoffe, daß dieser Streit vielen aufrichtigen Felaschas die Augen öffnen wird, daß sie zu dem Worte Gottes zurückkehren. Der Mann verließ mich beruhigt. Oktober, 4. — Wir reisten durch die Provinz Matscha. Sie ist einer der schönsten und fruchtbarsten Distrikte des Königreichs; aber überall begegnete unserm Auge Verwüstung. Da die Bewohner derselben dem Rebellen Tatta Guala Tribut zahlten, so sandte der König seine Soldaten, die ganze Provinz zu plündern. Zu diesem traurigen Anblicke gesellten sich die zahlreichen Schaaren der Wotta-Gallas, welche auf Befehl des Königs aus ihrem Vaterlande nach der weit entfernten Provinz Djelga überstedeln mußten. Indem sie so dahinzogen, ging der Familienvater voran, dann folgte die Mutter mit einem Säuglinge auf dem Rücken, dann kamen die übrigen Kinder, von denen ein Jedes etwas HauSgeräthe trug, aber alle auch zu wissen schienen, daß sie jede Meile weiter von ihrer Heimath führte und näher der Sklaverei brächte. Wie gewaltig wurden wir da an die Kinder Israel erinnert, als sie nach der babylonischen Gefangenschaft geführt wurden. Okt., 6. — Wir langten heute in dem Königlichen Lager an; ich schickte sogleich einen Diener zum Könige, um mich bei ihm zu melden. Der Diener kehrte bald zurück mit einem Boten vom Könige,

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