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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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122 sagte: „Sie sind ein großer Schwätzer (gossep)." Das hatte solche Wirkung, daß ihn Alle umher verlachten, und er nicht weiter versuchte, mich zu belästigen. Die Felaschas find seitdem mit den Mönchen an ihrer Spitze zu dem Könige gegangen, um ihm ihre Klage vorzutragen. Vordem Könige aber bedienten sie sich eines Kunstgriffes. Vor dem Zelte des Königs riefen sie: „Ew. Majestät wissen, daß Ihre Vorfahren den Felaschas erlaubten, ihre Religion nach den Gebräuchen ihrer Vorväter auszuüben; da nun die herrliche Sonne Theodorus über Aethiopien anfgegangen ist, hat sich ein Fremder von jenseit Jerusalem die Freiheit genommen, unsere Opfer, Taskar und Gebete zu verbieten, und will uns mit Gewalt zu Christen machen." Sie hatten die Eifersucht deS Königs gut berechnet. Er gab ihnen den folgenden Brief, in Folge dessen, da er gewissermaßen officiell war, ich nach dem Gebrauche der Abyssinier zu dem Statthalter gehen mußte. Als mir der Brief eingehändigt wurde und ich mich daran machte, denselben zu lesen, stand die ganze Versammlung auf, umgürtete sich und beugte sich bis zur Erde nieder, als obder König selbst unter ihnen erschienen wäre. Der Inhalt des Briefes war folgender: „In dem Namen Gottes des Vaters, Gottes des Sohnes und Gottes des heiligen Geistes. Mögedieser Brief in die Hände des Herrn Fl ad in Genda kommen. Wie haben Sie die Regenzeit verbracht? Früher sagten Sie, daß cS ungerecht sei, die Felaschas zu zwingen, Christen zu werden, nun kommen sie zu mir und klagen über Sie, daß Sie ihnen ihre Opfer, ihr Taskar und ihre Gebete verboten haben. Wenn eö irgend ein Buch giebt, die Felaschas von ihrem Jrrthume zu überzeugen, so kommen Sie mit den Felaschas zusammen. Aber wenn es kein solches Buch giebt, so lassen Sie dieselben Felaschas bleiben, und haben Sie dann nichts mehr mit ihnen zu thun." Als die Botschaft verlesen war, beugten sie sich wieder zur Erde nieder und ich erklärte vor dem Statthalter und der ganzen Versammlung, daß, da ich aus dem Briefe ersehen hätte, daß mich die Felaschas bei dem Könige fälschlich angeklagt hätten, ich den Statthalter bäte, daß alle diejenigen, die mich angeklagt hätten , mit mir vor dem Könige erschienen. Der Statthalter bestimmte einen Tag, und am 30. September reiste ich mit dreizehn

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