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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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121 er sich für unsere Sünden dahingegeben hat, und daß daher die Opfer der FelaschaS in den Augen Gottes ein Gräuel sind, dem kann ich nicht widersprechen. Aber ich sage, laßt sie opfern, so oft sie wollen; eS giebt nur einen Weg in dieser Sache, zu einem Ende zu kommen. Wenn die Felaschas überzeugt sind, daß sie ihre Opfer nach göttlichem Rechte bringen, so mögen sie ihre heiligen Schriften, das Alte Testament, öffnen und uns ihre Beweise daraus beibringen, oder, wenn sie das nicht können, so mögen sie es anerkennen, daß sie im Worte Gottes kein Zeugniß für die Opfer haben, sondern dieselben nach dem Gebrauche ihrer Vorväter weiter darzubringen wünschen." Dies gefiel dem Statthalter sehr gut; aber die Felaschas wollten durchaus nicht auf diese Bedingungen eingehen. Sie wollten nichts mit den Büchern (der Bibel) zu thun haben; die Proselyten sollten sie um Vergebung bitten und öffentlich bekennen, daß ihre Opfer göttlichen Rechtes seien, oder sie würden sich sonst auf den König berufen. Der Streit war abwechselnd ergötzlich und ernst. Ein alter Mönch, Aba Zagai, beklagte sich über ihr trauriges Schicksal. „Ich verbarg mich," sagte er, „wie sich ein Kaninchen im Gebüsche verbirgt, um nicht in diesen Streit verwickelt zu werden, aber man hat mich mit Gewalt herausgezogen. O, wie züchtiget unS Gott!" Ein anderer alter Mann, ein seit länger als fünf Jahren Bekannter von mir, welcher seine Hingebung an die alten Gebräuche darlegen wollte, schrie so laut er konnte: Hier istAbaMahari, AbaZagai, Aba Ambai rc., (er nannte sieben) welche alle meine Beichtväter sind." Bei dieser Erklärung wurde von allen Seiten ein lautes Gelächter gehört. Einige sagten: „Welche wunderbare Dinge behauptet Ihr; Ihr müßt ein gottloser Kerl sein, wenn Ihr so viele Beichtväter nöthig habt." Der Statthalter, welcher wegen der Halsstarrigkeit der Felaschas sehr aufgebracht war, dehnte das Verbot der Opfer über alle Felascha-Dörfer durch ganz Dembra aus und verwies beide Partheien an den König. Ein sehr finster aussehender Felascha verfolgte mich, mich mit Koth und Steinen werfend und mich im weiblichen Geschlechte nennend, was als der größte Schimpf, der nur immer einem Manne angethan werden kann, betrachtet wird. Ich blieb ganz ruhig, bis seine Kraft erschöpft war, wo ich dann nur

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