Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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119 cherten, daß es die Religion der Kinder Israels sei?" Das verwirrte ihn sehr. Nachher leugnete er seine eigenen Behauptungen und sagte, daß er kein Jude sein könne, wenn er die Propheten nicht glaube. Ein solcher Streit ist oft sehr nützlich, er hält die Aufmerksamkeit derer aufrecht, die nicht lesen können, und in der Versammlung waren nur drei oder vier, welche lesen konnten. Ich war vom Morgen bis spät des Nachmittags bei ihnen gewesen, und als ich sie verließ, bat ich sie, daß sie sich alle Mühe geben möchten, sich mit der heiligen Schrift bekannt zu machen, da das ewige Heil ihrer Seelen vom Glauben an sie und vom Gehorsame gegen sie abhinge. Die freundliche Aufnahme, die ich in diesem Dorfe fand, tröstete mich über die Kälte, die jetzt viele von meinen frühern Bekannten gegen mich zeigen. Die ganze Versammlung sprach einmüthiglich den Wunsch aus, daß ihre Kinder unterrichtet werden möchten, und so ernannte ich J'aasu Doho zu ihrem Lehrer. ES sind elf Knaben da. J'aasu wünschte am folgenden Sonntage getauft zu werden; aber ich bat ihn, noch etwas länger zu warten, obschon ich ihn für aufrichtig halte. Aug., 25. — Gestern wurden fünfFelascha getauft, der oben erwähnte J'aasu (den ich nicht bewegen konnte, noch länger zu warten) mit seiner Frau und seinem Sohne, ein anderer jungerMann und Beru's alte Mutter. Es hat ihr viel Mühe gekostet, ihre jüdischen Vorurtheile zu besiegen; sie war eine sehr strenge Jüdin. Indem sie ihre Unwissenheit beklagt, glaubt sie, daß die Religion, welche ihr guter und pflichttreuer Sohn angenommen hat, nicht falsch sein kann. Sie pflegt ruhig der Unterhaltung der Männer zuzuhören, und bringt oft die streitsüchtigen Felaschas zum Schweigen, indem sie ihnen sagt, daß es viel besser ist, sich an das Wort Gottes zu halten, als an Menschensatzungen. Es giebt noch Viele, die Ekel an ihren Mönchen haben. Die amharische Bibel hat ihnen das Joch menschlicher Erfindungen vor die Augen gestellt, das ihnen auferlegt worden ist, und sie sind entschlossen, dasselbe abzuwerfen; aber Viele von ihnen haben kein Verlangen, die Lehren des Evangeliums mit ihrem Leben zu bethätigcn. Sept., 5. — Gestern kehrte ich von Gondar zurück. Der Statthalter hatte mich gebeten, die Proselyten zu begleiten, welche wegen