Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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116 ihn als auch in, den Statthalter gedrungen hätte, ihrem Vater zu verzeihen. Den vier oben Erwähnten, welche Schutz in meinem Hause gesucht hatten, war ich genöthigt, eine einstweilige Heimath anzubieten Gity, der älteste von ihnen, der Maurer ist, wird, sobald der Winter vorüber ist, seinem Berufe nachgehen. Juli, 26.—Heute besuchte ich einen Taufkandidaten, der mitden oben Erwähnten würde getauft worden sein, wenn er nicht wegen Krankheit genöthigt worden wäre, noch zu warten. Er ist ein Junge von 15 oder 16 Jahren; seine Mutter ist in einer höchst erbärmlichen Lage. Er würde wahrscheinlich nie lesen gelernt haben, wenn nicht die Missionsschule in Genda errichtet worden wäre. Beru, welcher nach seinem eigenen Geständniffe, seitdem er die Wahrheit und Süßigkeit des Wortes Gottes in seinem eigenen Herzen erfahren, gegen Alle, welche mit ihm in diesem wichtigen Punkte fühlen, eine große brüderliche Liebe hat, erlaubte dem Knaben oft zu ihm zum Unterrichte zu kommen, so daß er das Amharische ganz gut lesen kann, obgleich er genöthigt worden war, die Schule zu verlassen, um seine arme Mutter zu unterstützen. Als ich in die elende Hütte trat, glänzte das Gesicht des Knaben. „Wie froh bin ich, daß Sie zu mir gekommen sind," sprach er und fragte mich sogleich, ob ich ihn nicht hinten auf mein Maulthier nehmen wollte, da er wünschte, etwas Medizin zu bekommen. Da seine Mutter nichts gegen sein Weggehen einwandte, so erfüllte ich seinen Wunsch. Aber sobald wir das Dorf verlassen hatten, regten die Felaschas die arme Frau so auf, daß sie bis nach Hause folgte und die fürchterlichsten Flüche aussprach. Ihr Sohn antwortete ihr ruhig und bat sie, still zu sein; aber als ich ihn fragte, ob er nicht lieber seiner Mutter folgen wolle, drang er erbärmlich flehend in mich, ihn nicht fortzuschicken; vielleicht würde er sterben, sagte er, denn er wüßte, daß er sehr krank sei, aber er wünsche als Christ zu sterben. „Ich bin so schwach", sagte er," und zu Hause werde ich von Felaschas fortwährend beunruhigt, welche kommen, mich von dem Glauben an Christum abwendig zu machen. Ich kann es nicht ertragen, den Heiland beständig verfluchen zu hören." Ich konnte den Jungen nicht zum Hause hinaus werfen, und so ging