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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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114 Zugleich schrieb er auch an den Statthalter in Dembra und drückte sich in derselben Weise aus. Als der Tag der Taufe bestimmt war, entstand großes Aufsehen unter den Felaschas, besonders unter den Verwandten der Taufkandidaten. Die Taufe war so lange verschoben worden, daß es ihnen nur ein Gerede zu sein schien. Den letzten Sonnabend, den 20., den Tag vor ihrer Taufe verbrachte ich bet ihnen wie gewöhnlich und sprach mit ihnen über die beiden Sakramente, die Taufe und das heilige Abendmahl, wobei ich ihnen den Ernst der feierlichen Handlung, der sie sich zu unterziehen im Begriff wären, eindringlich ans Herz legte. An demselben Abend, als es schon finster war und während eines heftigen Regenschauers, kamen vier von den Taufkandidaten, drei Knaben und ein junger Mann, um in unserem Hause Schutz zu suchen. Sie waren in einer solchen Weise mißhandelt und verflucht worden, daß uns schon die bloße Erzählung schaudern machte. Man hatte ihnen gedroht, sie einzuschließen, und daher hatten sie den heftigen Regen zum Entfliehen benutzt. Sie nahmen zum ersten Male in einem christlichen Hause an dem ihnen angebotenen Abendessen Theil, denn bisher hatte nicht einmal ein Tropfen Wasser aus unserem Wasserbehälter ihre Lippen benetzt. Sie würden wie Petrus gesagt haben, daß es ihnen unerlaubt sei irgend eine Gemeinschaft mit einem anderen Volke zu haben. Zch redete sehr ernst zu ihnen und bat sie, ihren Entschluß recht zu erwägen. Sie erwiderten, daß sie kein Verlangen hätten, mit ihren Eltern in Feindschaft zu leben, aber daß sie in diesemFalle Gott mehr gehorchen müßten als den Menschen. Sie alle betheuerten, daßstenicht mehr die geringsten Zweifel über ihre Meinung hätten, und daß sie wünschten, Christum öffentlich zu bekennen, den sie in den Propheten gefunden hätten. Ich las mit ihnen das 16. Kapitel aus der Apostelgeschichte und betete mit ihnen, ehe sie schlafen gingen. Am andern Morgen ganz früh (Sonntag) vereinigten wir uns mit den andern Taufkandidaten und gingen zusammen in die St. Georgenkirche zu Genda. Ich will nicht lange bei dem Gottesdienste verweilen» man wird leicht einsehen, daß wir bei einer todten Kirche nicht erwarten können, die Gegenwart des Geistes Gottes zu fühlen. Die leere, obschon geräuschvolle Ceremonie, ohne alle Erbauung, rief sehr

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