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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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erte, daß er von solchen Waffen Gebrauch gemacht hätte,"wie sie die Gesetze deS Landes darbieten. Ich hatte jedoch keine Idee, daß die That K. Fanta's von solchen Folgen begleitet sein würde, wie es der Fall war, nämlich die Einstellung der Opfer; ich hatte gehofft, beide Partheien zu versöhnen. Ich hatte vorher nicht gewußt, welch großes Gewicht das ,Mer6an", (das Auferlegen eines Eides bei dem Tode des Königs) in Abyssinien hat; aber seitdem habe ich gehört, daß es ein bestehendes Gesetz des Landes ist. Da dieser Prozeß eine bedeutende Stelle in meinem Tagebuche einnehmen wird, so muß ich eine kurze Erklärung darüber geben. Merdan bedeutet wetten. Wenn zwei Personen in Etwas nicht übereinstimmen, so pflegt die eine, welche glaubt recht zu haben, nach der Wichtigkeit des Falles um eine gewisse Summe zu wetten und ihren Gegner zu beschwören, mit ihm entweder vor dem Statthalter oder dem Könige zu erscheinen. Wenn es eine gewöhnliche Sache ist, so wird nach dem Gesetze des Landes Recht gesprochen; aber wenn es, wie im gegenwärtigen Falle, eine Frage ist, die Religion betreffend, so wird nach den Beweisen, auf welche beide Partheien sich berufen, entschieden. Im gegenwärtigen Falle batte K. Fan ta um 45 deutsche Kronen gewettet und hatte sich seinen Gegnern verpflichtet, ihnen aus dem Alten Testamente zu beweisen, daß die Opfer in Abyssinien verboten wären, wie auch, daß er ihnen die Dreieinigkeit Gottes, die göttliche Natur Christi u. s. w. beweisen wolle. Die Abysstnier sind dieser Herausforderung so leidenschaftlich ergeben, daß sie nicht den geringsten Zweifel darüber haben. Als ich K. Fanta Vorwürfe über seine That machte, sagte er: „Ich that das nur, als ich so sehr gereizt wurde, sie würden mich als einen Feigling dargestellt haben, wenn ich meine Erklärung nicht mit einer Wette erhärtet hätte." 5. — Gerade, als ich ein Gespräch mit Bern und Jaasu hatte, kam ein Bote von K. Fanta, der uns bat, ihm zu Hülse zu kommen, da sich alle Felaschas aus den benachbarten Dörfern in Aubya versammelt hatten und ihn zwingen wollten, seinem Glauben an Christum zu entsagen. Als wir noch ferne von dem Dorfe waren, hörten wir solch einen Lärm und Ausruhr, wie in dem Lager des Königs stattfindet, wenn die Soldaten zu einer Schlacht ausziehen.

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