Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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HO Die Felaschas, besonders aber die Mönche, hattengehofft, Fan ta dadurch, daß sie sich in Gemeinschaft zu ihm begäben, so zu erschrecken, daß er widerrufen werde. Sie verlangten in der That von ihm, zu schwören „ba Theodorus moot“, daß ihre Religion die einzig wahre sei, und daß die Felascha-Mönche die wahren Söhne AaronS seien. Aber Fanta erwiederte fest: „Es giebt nur eine wahre Religion, welche in dem Worte Gottes geoffenbaret ist, das ist die, daß der Erlöser Christus den Tod für uns erleiden sollte, daß seine Leiden dadurch, daß wir an ihn glauben, unsere Rechtfertigung werden sollen. Durch seinen Tod um unserer Sünden willen hat er eine Versöhnung gestiftet, wie der Prophet Daniel es vorherverkündigt, und Opfer und Speisopfer, die ein Vorbild vor seiner Erscheinung auf ihn waren, haben aufgehört. Es ist ein Gräuel in diesem Lande und in der gegenwärtigen Zeit, Opfer zu bringen; wenn ich Unrecht habe, so beweiset mir das aus dem Alten Testamente und dann will ich widerrufen. Bei dieser Erklärung Fanta's entstand wieder ein solcher Aufruhr, daß sie ihn ohne Zweifel in Stücke gerissen haben würden, wenn sie nicht die bürgerliche Macht gefürchtet hätten. Mit großem Lärm zwangen sie ihn, ihnen sogleich vor den Statthalter zu folgen. Alle Taufkandidaten (myuirers) vereinigten sich mit Fanta, als sie von der Sache hörten. An der Spitze der Gegenpartei, etwa aus fünfzig Felaschas bestehend, stand der Mönch Aba Alafy. Als der letztere ihre Sache dem Statthalter mit großer Heftigkeit und vielen Grimassen (die den Abyssiniern ganz natürlich sind) vorgetragen hatte, antwortete dieser: „Da dieser Streit ganz entschieden religiöser Art ist, so kann ich nicht darüber entscheiden. Schlagt eure Bücher auf und laßt uns sehen, welche Parthei unrecht hat." Hierauf schienen der Mönch und seine Parthei vollständig rasend. „Wir wollen nichts von dem Alten Testamente hören, wir wollen nicht an den Messias glauben, die Gebräuche, die unsere Vorväter beobachtet haben, wollen wir beibehalten.'*> „Gut", sagte Fanta, „dann widerrufet den Bann, den Ihr über meine Eltern ausgesprochen habt, die mit meinen religiösen Anschauungen nichts zu thun haben, und bekennt hier vor dem Statthalter und dieser ganzen Versammlung, daß Christus im Alten Testamente als von göttlicher Natur vorher-