Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554725-2554730--03939-2559853
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

108 aussah. Er sagte: „Am Sonntage, als Sie mich gerade verlassen hatten, hatten sich die drei Mönche, welche hier in unserm Dorfe leben, und mein Onkel AbaAmbary versammelt und schickten nach mir. Ich ging zu ihnen und mein Onkel richtete sogleich die Frage an mich: „Ist es wahr, Fanta, daß Du an Jesum Christum glaubst? „Ja," antwortete ich, „ich glaube an ihn; Moses und die Propheten sagen aus, daß er von Gott kam, um das Menschengeschlecht von der Sünde und vom Teufel zu erlösen." Bei dieser Erklärung wurde ich mit Flüchen überschüttet und mit dem Banne belegt. Ich war im Stande, das ruhig zu tragen, und selbst als sie den Bann über meinen Vater und meine Mutter aussprachen (um sie zu verhindern, ferner noch irgend Etwas mit mir zu thun zu haben) konnte ich den Zorn in meinem Herzen unterdrücken. Aber als sie die Fluth der fürchterlichsten Flüche über mich ergossen hatten, redete mich Aba Alafy also an: „Weiche von unserm Angesichte, abscheulicher Kerl. Wie kannst Du an Jesum glauben!" Hierauf antwortete ich: „Im Glauben an das Wort GotteS liegt keine Abscheulichkeit; es sind unsere eigenen Bücher, die Corid, an die ich glaube, Ihr aber seid es, die in verschiedener Weise Abscheulichkeiten vollbringen. Rach dem Gesetze Gottes ist es Euch verboten in das HauS Gottes zu gehen, und noch viel weniger dürft Ihr in diesem Lande Opfer bringen, und nun beschwöre ich Euch beim Tode des Königs (du Theodoras mut) nicht mehr zu opfern, bis Ihr mir aus dem Alten Testamente bewiesen habt, daß Eure Opfer im Worte Gottes geboten sind, und mir auch gezeigt, daß es für einen Juden ein Gräuel ist, an den verheißenen Messias zu glauben." Nachdem ich dies gesagt, ging ich nach Hause, der Schlaf aber wurde mir versagt. Die Mönche waren in solcher Aufregung, daß sie mich die ganze Nacht hindurch verfluchten und in Zwischenräumen um meine Vernichtung beteten. Ich fürchtete mich nicht, denn ich war gewiß, daß Gott ihre gottlosen Gebete nicht erhören würde; sondern fühlte, daß er mir Kraft gegeben habe, seine Wahrheit vor denen zu bekennen, die ich bisher in Sachen der Religion als meine Väter angesehen hatte." Ich sagte Fanta, daß ich mich freute, daß er die Kraft gehabt habe, die Wahrheit kühn zu bekennen, daß ich aber zugleich bedau-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.