Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 sonders den Beruf haben , für Israels Bekehrung zu wirken. Wir müssen uns immer wieder erinnern, was hier schon so oft eingeschärft worden ist, daß wir gegen den Juden eine Schuld der Dankbarkeit abzutragen haben, eine Schuld, die wir nie bezahlen können; und wenn nach der Folgerung des Apostels die Christen in der apostolischen Zeit verpflichtet waren, ihren armen Brüdern in zeitlichen Dingen Hilfe zu leisten, wegen der geistlichen Segnungen, die sie von ihnen empfangen hatten: so find wir doch um so mehr verbunden, denen geistliche Segnungen zu erweisen, von denen wir als Nationen und als Einzelne alle die Segnungen überkommen haben, deren wir uns erfreuen. Ich brauche Euch kaum daran zu erinnern, dessen Ihr doch alle stets eingedenk seid, daß jeder Prophet und jeder Apostel ein Israelit war, ja, daß unser Herr Jesus Christus selbst ein Jude war... Ich fühle, meine Brüder, daß Alles dies uns um so mehr zu dem Juden hinziehen muß. Und wenn wir dann a» die Liebe und Herzlichkeit unsers Herrn Jesu Christi gegen die Juden denken und erwägen, daß es doch zu allen Zeiten unser innigstes Bestreben sein sollte, gesinnet zu sein, wie Jesus Christus war, wenn wir bedenken, wie Er über Jerusalem klagte und weinte: „O Jerusalem, Jerusalem, die du tobtest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt: — wenn wir diese Gesinnung unsers hochgelobten Herrn gegen sein ungläubiges Volk betrachten und uns sagen, daß, wenn wir Jünger Christi sind und sein wollen, wir auch seinen Sinn an und in uns haben müssen: so können wir nur Mitleiden gegen den ungläubigen Juden fühlen und müssen für seine Bekehrung und Herstellung in die Gnade Gottes arbeiten.... „Eine sehr merkliche Veränderung scheint stattgefunden zu haben bet den Juden in Absicht auf ihre Gefühle und Gesinnungen gegen das neue Testament, und eins der erfreulichsten Zeichen der Zeit, daß Gott sein gnädiges Vorhaben gegen Israel bald ausführen wird, ist in meinen Augen die Veränderung, die in den gegenseitigen Gesinnungen der Juden und Christen gegeneinander entstanden ist. Es gab in nicht weiter Ferne eine Zeit, da die Christen den Juden ver-