Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 achteten und unterdrückten, und da der Jude den Christen haßte. Diese Zeit ist, Gott sei Dank, vorüber. Ein Christ kann heutiges Tages nicht, wenn er selbst wollte, die Grausamkeiten gegen die Juden verüben, die ehemals begangen wurden; und ein protestantischer Christ würde, wenn er auch könnte, keinen Juden auf irgend eine Weise unterdrücken. Ein wahrer Christ hegt Liebe und Mitleid gegen den Juden, und verlangt nach der Zeit, da Gott den Juden wieder zu Gnaden annimmt."— Der Bischof erzählt dann einige Beispiele steundlicher Gesinnung der Juden gegen die Christen, wir theilen Folgendes mit: „Ich habe in Melbourne einen sehr theuren Mitarbeiter, den Dean von Melbourne, Dir. Macartney... Er hat eine große Liebe und Achtung gegen Juden und glaubt an die den Juden gegebenen Verheißungen. Er war mit den Juden in Berührung gekommen in Folge einer Subscription, die zur Unterstützung der Juden in Jerusalem gemacht wurde... > Der Dean fühlte ein großes Verlangen, diese Bekanntschaft mit den Juden dazu zu benutzen, über die Weissagungen des Wortes Gottes und die Erfüllung derselben zu ihnen zu sprechen und er schickte eine Einladung an die angesehensten Juden in Melbourne, zu kommen und seine Vorträge über den Gegenstand anzuhören. Er hielt dieselben in einer Schulstube. In dem ersten Vortrage sprach er von dem Rechtsansprüche der Juden auf das Land Palästina; im zweiten über die Thatsache, daß die jüdischen Propheten ausdrücklich lehren, der Messias müsse zuerst leiden und dann in seine Herrlichkeit eingehen, und im dritten Vortrage zeigte er, daß der Messias bereits gekommen sein muß, indem er aus dem alten Testament nachwies, daß die Zeit vorüber sei, in welcher Christus kommen sollte. Diese Vorträge wurden von den Personen besucht, für die sie bestimmt waren; ich konnte nur den letzten besuchen. Aber als ich mich in der Schulstube umsah, bemerkte ich viele jüdische Gesichter, alle hörten aufmerksam zu und nur einmal kam eine kleine Unterbrechung vor. Am Ende dieser Vorträge sprach ein Jude öffentlich dem Dean seinen Dank aus für seine Güte, über diesen Gegenstand zn ihnen geredet zu haben, und ein anderer Jude unterstützte dies DankeSvotum." Der Bischof schloß seine Rede mit Anführung einiger Verse aus Röm. 11. und mit dem Wunsche,