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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 7-8 (1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
7-8 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 durch den er hoffen kann, aus seiner Verwirrung herauszukommen und seiner quälenden Unruhe los zu werden. „Wiederum haben wir uns oft gewundert, daß der Jude nicht stutzig wird und fragt, wie es doch kommt, daß die Heidenchristen, anstatt sich einen Gegenstand zu ihrem Vertrauen und Ruhme aus den Millionen ihrer eigenen Brüderschaft zu erwählen, dabei verharren auf einen zu trauen und stch seiner zu rühmen, der aus der kleinen und unbedeutenden Nation abstammt, die von der ganzen Welt und selbst den Namenchristen verachtet wird. „Wer ist je so verehrt worden, wie dieser Nazarener? Wem haben wir Heidenchristen mit Freuden solche Würde beigelegt, wie dem Sohne der jüdischen Jungfrau aus dem Hause und Geschlechte Davids? Und gerade des Kreuzes, das wir als seine Schmach hätten ansehen mögen und um deswillen wir es hätten verschmähen müssen, ihn anzubeten, rühmen wir uns am meisten und darin finden wir Alles, was uns in Zeit und Ewigkeit das Theuerste ist. Sollte das nicht den Juden antreiben, darüber ernstlich nachzudenken? „Ein etwas ähnlicher Fall ist eben jetzt vorgekommen. Ein Angriff auf das alte Testament ist gemacht worden, Verräther in unserm eigenen Lager haben versucht, die Wahrheit des alten Testaments umzustoßen und sein göttliches Ansehen zu unterminiren und zu zerstören. Und wir Christen behaupten, daß, wenn solche Angriffe auf die jüdische Schrift des Alten Testaments Erfolg haben, wir alle Hoffnung aufgeben müssen, das Neue Testament zu vertheidigen. Wir erklären, daß mit der Wahrheit Moses und der Propheten unser Glaube an Jesum von Nazareth steht und fällt, und daß, wenn man das jüdische Zeugniß vernichten kann, auch zugleich aller christliche Glaube zu Ende ist. Solche scheinbare Widersprüche in uns, verbunden mit dem ernsten und uneigennützigen Bestreben, den Juden zu derselben Ueberzeugung zu bringen, weil wir einfach glauben, daß sein Heil davon abhängt, sollten ihn wenigstens zu einer sorgfältigen und ernsten Untersuchung veranlassen. Wir glauben auch, daß diese Gedanken nicht selten sein Gemüth beschäftigt haben, wenn wir finden, daß er das Neue Testament mit Eifer liest und Belehrung über dessen Inhalt von uns begehrt.

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