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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 5-6 (1863) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
5-6 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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95 Arbeiten gefesselt werden. Um diesem Uebelstande abzuhelfen und Jedem der 40000 Juden, welche die Stadt bewohnen, und welche die Sprache verstehen, in der der Gottesdienst gehalten und gepredigt wird, eine Gelegenheit zu bieten, die Botschaft des Friedens zu hören, so habe ich einen Gottesdienst am Sonnabend Nachmittag eingerichtet. Der Besuch dieses Gottesdienstes von Seiten der Juden ist selbst bei dem schlechtesten Wetter selten unter 15 und steigert sich gelegentlich bis zu 30 oder 40 Personen. Dies ist kein schlechtes Ergebniß, besonders wenn man bedenkt, daß der Anfang mit dem Gottesdienste im Monat December, dem ungünstigsten im ganzen Jahre, gemacht wurde. Auf jeden Fall kann nun ein Jeder, der es wünscht, die Botschaft des Heils hören, und Niemand kann sich damit entschuldigen, daß er sagt, die Pflicht, für sich und sein Haus zu sorgen, verhindere ihn daran. Die Stube, in welcher diese Gottesdienste gehalten werden (die größeste von unfern Schulstuben) bietet Raum für 150 Personen, und im Frühjahr hoffe ich, so Gott will, eine weit größere Zahl gegenwärtig zu sehen. Nach dem Gottesdienste bleiben gewöhnlich einige zurück, um über die Gegenstände, die in der Predigt berührt worden sind, noch weiter zu sprechen, und obschon sie natürlich nicht mit den vorgetragenen Gedanken übereinstimmen, sondern mancherlei Einwürfe zu machen haben, so geben sie doch alle einmüthiglich Zeugniß von dem versöhnlichen Tone, in welchem ihre Jrrthümer und Vorurtheile bekämpft werden, und von der warmen Liebe, welche jeder Vortrag gegen sie athmet. Die Gegenstände, welche besprochen, und die Ideen, welche hingeworfen werden, werden von den Zuhörern mit nach Hause genommen, wo sie wieder die Gegenstände der Unterhaltung bilden, und so glaube ich wird die Erkenntniß des reinen und wahren Christenthums auf eine ruhige, aber wirksame Weise weit verbreitet, und der Eindruck, der bereits in den Sonntags- Gottesdiensten hervorgebracht wurde, wird tiefer und bleibender. Die Zahl der Israeliten, welche regelmäßigen Unterricht genießen, ist nicht ganz gering, da sie nicht aus weniger als sieben besteht. Einer von ihnen sandte mir einen langen Brief, worin er mir einen genügenden und zusammenhängenden Bericht von dem

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