Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorgänge giebt, wodurch die Ueberzeugung von der Wahrheit des Christenthums in seinem Gemüthe bewirkt wurde, und den er mit der Bitte um Zulassung zur Taufe schließt. Obgleich seine Darlegung genügte, die Aufrichtigkeit seiner Ueberzeugung von der Wahrheit darzuthun, so mußte doch die Gewährung seiner Bitte auf eine unbestimmte Zeit verschoben werden, da er keine Beweise gab, daß eine völlige Veränderung in der Art seines Denkens, in seinen Gewohnheiten und Neigungen stattgefunden habe, mit andern Worten, daß er irgend Etwas von einer neuen Geburt wisse, ohne welche Niemand in das Reich Gottes eingehen kann. Zur selben Zeit liegt es in seiner Macht, sich von dem protestantischen Geistlichen taufen zu lassen, aber natürlich ohne meine Vermittelung. Der Unterricht der nach Wahrheit suchenden Juden ist, wie ich es erfahren habe, die schwerste Pflicht, die auf dem Missionare lastet. Auf der einen Seite haben viele von ihnen keine Beschäftigung, keine Stellung irgend welcher Art und daher entbehren sie aller Mittel, sich selbst zu erhalten, wodurch ihreGemüther zu leicht von der Sorge für ihre zeitlichen Bedürfnisse gedrückt werden, und überdies, wenn nicht etwas ganz Besonderes in ihren Verhältnissen liegt, sind sie so leicht dem Argwohne in Betreff der Beweggründe, von denen sie geleitet werden, ausgesetzt, daß die Lage sowohl des Lehrers, als des Schülers eine höchst peinliche ist. Haben sie dagegen eine Stellung, und sind deswegen ihre Beweggründe weniger dem Argwohn unterworfen, so find sie genöthigt so anhaltend zu arbeiten, um das tägliche Brot zu verdienen, daß sie wenig oder keine Zeit zur Beschäftigung mit göttlichen Dingen haben, und müssen zur Vermeidung ihren Arbeitgebern ihre Verbindung mit den Missionaren zuverrathen, solche Vorsicht anwenden, daß ihre Besuche des Missionshauses oder der Kapelle nothwendig nur selten geschehen können, und der Unterricht, den sie erhalten, ihnen nur in so langen Zwischenräumen gegeben werden kann, daß er nicht den Namen eines regelmäßigen Unterrichts verdient. Von den sieben Israeliten, die ich im Unterrichte habe, gehören drei zu der ersten, und vier zu der zweiten Klasse, und die eben gemachten Bemerkungen bestätigen sich bei jedem Einzelnen. Es ist jedoch ein großer Segen, wenn man auch nur eine Stunde im Monat mit einem Sohne oder einer Tochter Abrahams sprechen, ihm oder ihr etwas von den unaussprechlichen Reichthümern in Christo sagen, die Grundlosigkeit ihres Hasses gegen Christum darlegen, und die unergründliche Liebe Christi zu ihnen zeigen kann. (Schluß folgt.) preis für den Jahrgang 10 Sgr. Zn Commission: Carl Dulfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.