Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 die des Sonnabends waren mehr bloß für Juden eingerichtet, von denen auch bald Mehrere bald Wenigere anwesend waren, mit denen dann die christlichen Wahrheiten in Gesprächen noch weiter erörtert wurden. Durch diese Gottesdienste, die erwähnten MisfionSreisen und durch Verbreitung der Bibel und anderer Schriften ist unter dem gnädigen Beistände Gottes manches Gute geschehen. Viele Vorurtheile der Juden gegen das Christenthum sind beseitigt, dagegen eine richtigere und bessere Kenntniß desselben angebahnt, wie auch namentlich der Unterschied zwischen biblischem und bloßem Namenchristenthum ihnen nahe gebracht und deutlich gemacht worden; viele Juden haben im Laufe der Zeit auch einen besondern Religionsunterricht genossen, und wenn auch viele dieser Unterrichteten im Judenthume geblieben, Andere in der griechischen Kirche, noch mehrere in der katholischen Kirche getauft worden sind, so ist auch eine bedeutende Anzahl in die evangelische Kirche ausgenommen worden, und mancher hat nicht nur eine ehrenvolle Stellung bekleidet, sondern auch die Lehre Christi durch einen entsprechenden Lebenswandel geziert. — Die Feindschaft gegen die Mission mehrte sich indeß von einer gewissen Seite, von der man es am wenigsten hätte erwarten sollen, immer mehr, und man hatte von dieser Seite schon lange daran gedacht, dieselbe gänzlich aus dem Lande zu entfernen; aber man konnte keine rechte Veranlassung finden, die einen guten Schein hergegeben hätte. Da mußte denn der unglückliche Krimmkrieg die erwünschte Handhabe darbieten. Am 22. December 1854 wurden die in Warschau wohnhaften Missionare ganz unerwartet zum Präsidenten des lutherischen Consistoriums beschieden und ihnen eröffnet, daß sie, so wie alle Missionare im Lande, als im Dienste einer englischen Gesellschaft stehend, laut kaiserlicher Verordnung binnen 3 Wochen Polen verlassen müßten. Zwar wurde ihnen durch den Stellvertreter des eben auf kurze Zeit abwesenden Fürsten Statthalters, den General Grafen von Rüdiger, der sich stets der Mission geneigt gezeigt und nach seiner eigenen Aeußerung diesen Anschlag der Ausweisung der Mission schon früher abgewandt hatte, ein längerer Termin bewilligt; aber die meisten reisten sobald als möglich ab und nur Becker und West blieben bis zum 8. Februar. Ersterer