Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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88 sofort die Erlaubniß unter den Juden im Herzogthum zu wirken und wünschte den Missionaren den besten Erfolg. Während B. auf einer Missionsreise die Städte Liffa und Rawicz besuchte, blieb M'Caul in Posen und es wurde die noch jetzt bestehende und im Segen wirkende Hilfsgesellschaft der Judenmission gegründet. Unterdessen wurden auch Schritte gethan, um die erwünschte Erlaubniß für Polen von Petersburg zu erlangen, und wiewohl keine Antwort von dort einging, fügte es doch der Herr, daß die beiden Missionare in Berlin bei dem damaligen Gesandten Englands Sir George Rose einen englischen Kaufmann aus Petersburg, Hrn. John Venning kennen lernten, der ihnen versprach, für jene Erlaubniß sich zu bemühen. Nach einem abermaligen Aufenthalt in Posen gingen die Missionare auch nach Breslau, wo sie ebenfalls viel mit Juden verkehrten und auch eine Hilfsgesellschaft gründeten. Von Breslau reisten sie nach Krakau, wo sie viel Gelegenheit fanden den zahlreichen Juden das Evangelium zu verkündigen. Hier hatten sie nun die große Freude, die kaiserliche Erlaubniß zur Gründung einer Mission in den russisch-poln. Provinzen zu erhalten. Sie kamen überein, sogleich von der Erlaubniß Gebrauch zu machen und verließen Krakau.; M'Caul wollte durch Galizien reisen und Becker durch das Königreich Polen; in Dubno, einer Stadt miteiner zahlreichen jüdischen Bevölkerung in Rußland, hofften sie sich dann wieder zu treffen. B.war noch nicht weit gereist das Evangelium den Juden überall predigend und Schriften unter ihnen verbreitend, als er in dem Städtchen Palaniec arretirt und unter Escorte nach Warschau zu dem damaligen Großfürsten Eonstantin geführt wurde. Als derselbe die Erlaubniß sähe, die sein kaiserlicher Bruder den Missionaren ertheilt hatte, befahl er sogleich, unserm B. die Freiheit zu geben und ließ demselben eine ähnliche Erlaubniß in polnischer Sprache für das Königreich Polen ausstellen. Auf diese Weise war die Mission in Polen und Rußland begründet, und B. eilte nun um sich mit seinem Mitbruder M'Caul wieder zu vereinigen. Sie trafen sich in Berdiczew und in dieser fast nur von Juden bewohnten Stadt, fanden sie auch den Missionar Moritz, der damals von dem guten Kaiser Alexander I. besoldet wurde, und der jetzt noch im