Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 so wurde ihm die Entscheidung nicht grade leicht; aber er erkannte zuletzt in dem an ihn ergangenen Rufe den Willen des Herrn und mit Verleugnung seines eigenen Willens und der Zustimmung seiner geliebten Mutter begab er sich nach England, um sich für diesen Zweig deS Missionsberufes weiter vorzubereiten. Dies geschah zunächst unter der Leitung des Predigers Hrn. T. Webster in Oakingham. Im Januar 1821 eröffnete die Londoner Gesellschaft ein besonderes Seminar in Stansted unter der Leitung des Predigers Edwin Jakob. Hier hielt sich unser B. noch etwa 8 Monate auf und wurde als Missionar nach Warschau gesandt, wo sich bereits der jetzt noch lebende Hr. vr. M'Caul befand, der dringend gebeten hatte, B. bald zu ihm zu senden, da der Herr eine weite Thür aufgethan habe zur Missionsthätigkeit unter den Juden in Polen. Den 2. Oktober 1821 reiste B. von Stanöted ab und am 16. von London, aber erst am 25. December kam er in Warschau an. Schon auf seinem Wege nach und in Polen hatte B. manche Unterredungen mit Juden gehabt, und seine Freude war groß, als er in Warschau sah, in welchem großen Werk sein Missionsbruder M'Caul beschäftiget war. B. nahm alsbald thätigen Antheil und so arbeiteten nun beide Boten vom Morgen bis an den Abend, indem sie sich angelegen sein ließen, die Botschaft des Heils unter den Juden bekannt zu machen, theils durch Unterredungen mit ihnen theils durch Verbreitung geeigneter Schriften. Allein nach kurzer Wirksamkeit wußte der Feind schon Hindernisse in den Weg zu legen. Die Missionare wurden von der katholischen Religions-Commission vorgeladen und aufgesordert, von ihremThun und Vorhaben Rechenschaft abzulegen. Ihre Aussagen wurden zu Protokoll genommen, und bald erfuhren sie unter der Hand, daß sie, als protestantische Missionare, obwohl unter den Juden wirkend, ohne Zweifel in Kurzem würden ausgewiesen werden. Sie hielten es für besser, dies zu vermeiden und lieber freiwillig das Land zu verlassen; denn sie beabsichtigten dann zu versuchen, ob sie nicht unmittelbar vom Kaiser selbst Erlaubniß erhalten könnten, in Polen das Missionswerk zu treiben. Den 18. Februar 1822 verließen sie Warschau und gingen nach Posen. Die preußische Regierung ertheilte ihnen