Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1863-01-01 · 5-6 (1863) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
5-6 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554725-2554729--03913-2559826
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 Kämmerlein in ernstlichem Gebet den Herrn anflehte, ihn zu einem wahren Christen zu machen. Sein Gebet wurde erhört, und von jener Zeit an war eine große Veränderung in seinem Herzen vorgegangen. Er fand nunmehr große Freude daran, das Wort Gottes zu hören und zu lesen; und als er eines Abends eine Betrachtung über die Worte las: „Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" — empfand er eine nie zuvor gefühlte Freude in seinem Herzen und die Versicherung von der Vergebung seiner Sünden. Der Heilsweg war ihm jetzt klar und er sah, daß wie Alle durch Adam Sünder geworden sind, so in Christo Alle gerecht werden können. Sein früherer Wunsch dem Herrn in seiner Kirche zu dienen, kehrte jetzt mit erneuter Kraft zurück, und als er sein Verlangen seinem Freunde, P. Döring mittheilte, rieth ihm dieser in den Misstonsdienst unter den Heiden zu treten, vorausgesetzt, daß seine Mutter ihre Einwilligung dazu geben werde. Die Mutter, voll Freude über die Herzensänderung ihres Sohnes gab gern ihreZustimmung zu seinem Vorhaben und erklärte, wenn es der Wille des Herrn wäre, so wolle und könne sie nicht dagegen sein. B. wurde nun von der Hilfs-Missionsgesellschaft in Elberfeld an den würdigen Pastor Jänicke in Berlin empfohlen, der ein Missions-Seminar gegründet hatte, in welchem er junge Leute für den Missionödienst vorbereitete. Am 80. Juni 1817 kam B. in Berlin an und trat in das Seminar ein. Hier hatte er Gelegenheit sich neben der Theologie mit Sprachen zu beschäftigen und auch im Predigen zu üben und sich so für seinen Beruf in der Heidenwelt auszubilden. Aber im Frühjahr 1820 rief ihn P. Jänicke eines Tages zu sich und fragte ihn, ob er wohl Freudigkeit habe, dem Volke Israel das Evangelium von Jesu Christo zu verkündigen statt zu den Heiden zu gehen? Es war nämlich von der Londoner Gesellschaft zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden die Anfrage an P. Jänicke ergangen, ob er nicht einen jungen Mann in seiner Anstalt habe, der sich zum Juvenmisstonar eigne. Da unser B. bisher nur daran gedacht hatte, als Bote und Verkündiger des Heils zu den Heiden gesendet zu werden, 6*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.