Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Nekrolog. Unter Anrufung des Namens seines Herrn und Heilandes Jesu Christi starb in Hamburg den 24. Januar d. I. selig der Missionar und Prediger Ferdinand Wilhelm Becker. Derselbe ist den Lesern der „Dibre Emeth" nicht unbekannt, denn cs ist seiner nicht nur bisweilen, namentlich seit dem Jahr 1855, hier gedacht, sondern er hat auch einen und den andern Artikel für diese Blätter geliefert. Eine kurze Nachricht über ihn wird daher wenigstens Manchem erwünscht sein; wir geben dieselbe nach einer Mittheilung über den Verstorbenen in dem Hamburger „Nachbar" Nr. 8 und einem Memoir in dem Märzhest der englischen Zeitschrift: „ Jewish Intelligen ce." Ferdinand Wilhelm Becker wurde den 27. März 1797 zu Berleburg in Westphalen geboren. Schon in seinem dritten Jahre verlor er seinen Vater. Es wurde seiner Mutter zwar recht schwer, ihre 6 vaterlosen Kinder zu ernähren und zu erziehen; aber sie war eine rechte Wittwe, die ihr Vertrauen auf den Herrn setzte, und die ihn ansehen und anlaufen, derer Angesicht wird nicht zu Schanden. B. besuchte die Ortsschule in seiner Vaterstadt, und als er im Alter von 14 Jahren confirmirt worden war, hätte er sich am liebsten für den Dienst am Evangelio vorbereitet, aber die zeitlichen Verhältnisse der Mutter wollten es nicht gestatten. Der Herr aber hat Weg'aller Wegen, an Mitteln fehlt's ihm nicht. Ein älterer Bruder unseres B., der in Elberfeld lebte, nahm ihn bei Gelegenheit eines Besuches in der Heimath mit nach jener Stadt. Hier lernte ihn ein Kaufmann kennen, der ihm eine Stelle in seinem Geschäfte anbot, die er auch mit Bewilligung seiner Mutter annahm. Er wurde bald mit dem berühmten Pastor Döring bekannt, der hier in reichem Segen wirkte, und namentlich die Gabe besaß, die Herzen vieler Jünglinge für ihren Herrn und Heiland Jesum Christum zu gewinnen. Bald die ersten Worte, in welchen P. Döring unfern jungen B. aus seinen Seelenzustand führte, wie auch die spätem Unterredungen, machten einen tiefen, heilsamen und bleibenden Eindruck auf das jugendliche Gemüth, so daß der Jüngling in seinem