Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Priester in Ewigkeit." Melchtsedek wird also hier verglichen dem Sohne Gottes. Und wenn nun auch schon in dieser Benennung: „Sohn Gottes" eine Hinweisung auf einen Vater und Nennung desselben enthalten ist, so ist das doch keine Vaterschaft wie die irdische, so daß von einem Geschlechte oder einer Abstammung die Rede sein könne. Auch läßt die göttliche Vaterschaft, wie sie in der Schrift bezeugt wird, kein früheres Vorhandensein des Vaters und kein späteres Entstehen des Sohnes zu; sondern wie der Vater ewig ist, so ist auch der Sohn ewig, und es ist daher auch bei dem Sohne Gottes an keinen Anfang der Tage noch an ein Ende des Lebens zu denken. Der Sohn Gottes steht als der Einzige da, der seines Gleichen nicht hat, und in dieser Hinsicht ist Melchisedek sein Vorbild. — Auch als ein ewiger Priester wird Melchisedek dargestellt, und als solcher hat er ebenfalls den Messias vorgebildet. In Christo ist, wie Gerlach sagt, in einer menschlichen Person auf Erden das Gegenbild jenes ewigen Priesters wesentlich erschienen. Und wie Melchisedek durch keine Abstammung und Geschlechtslinie Priester war, sondern lediglich durch Gottes Gnade, so ist es auch mit diesem Priester, dem Sohne Gottes; er wird und ist Priester, nicht weil er von einem priesterlichen Geschlecht abstammt, sondern weil Gott ihn eingesetzt hat, da er zu ihm spricht: „Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks." 3. Melchisedek ist ferner ein Vorbild auf den Messias Jesum nach oder in seinem Amte. Melchisedek war ein König zu Salem und ein Priester Gottes; er bekleidete demnach ein doppeltes Amt. In dem Gesetz Moses ist von keinem solchen Priesterkönig oder Köntgspriester die Rede. Das Gesetz ordnet wohl sehr genau den Priesterstand, spricht auch von dem Fall, wenn Israel einen König über sich setzen werde; aber diese beiden Aemter sind scharf geschieden und getrennt. Der Hohepriester hat Nichts mit dem königlichen und der König Nichts mit dem hohenpriesterlichen Amte zu thun. Es ist daher die Vereinigung dieser beiden Aemter in der einen Person des Melchisedek etwas Besonderes und Eigenthümliches. Aber dieses Doppelamt ist es gerade auch insbesondere, das den König und Priester zu Salem zum Vorbilde des Messias macht; denn