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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 5-6 (1863) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
5-6 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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74 Gedanke eines ewigen Priesterthums sich offenbart, was an keine irdische Einrichtung gebunden ist, auf keine menschliche Abstammung sich gründet, und, weil es keinen Anfang in der Geschichte hat, da» rum auch kein Ende haben kann, und eben deshalb auch auf seine vollkommene Erscheinung in einer göttlich-ewigen Person hinweist." Delitzsch erwähnt in seinem Commentar über den Ebräerbriefbei Gelegenheit der Worte: „ohne Vater, ohne Mutter," daß Philo die Sarah auch mutterlos nenne, nicht, weil sie keine Mutter gehabt, sondern nur, weil ihre Mutter in der heiligen Schrift nicht genannt ist und setzt noch hinzu: „Aehnlichem Sprachgebrauch nach lautet eine rabbinische Maxime •>'1:6 DK s'K d. i. der Heide hat keinen Vater, nämlich keinen, wenn er zum Judenthum Übertritt, für das Recht in Betracht kommenden, und auch sonst nennen alte Schriftsteller diejenigen vater- und mutterlos, die keine bekannten namhaften Eltern haben.. . Es ist weder von seinem Vater, noch von seiner Mutter, noch eine Ahnentafel deffelben zu lesen: er hat dort — in der Schrift — keinen einem hohenpriesterlichen Geschlechte, wie dem aaronttischen, angehörigen Vater und nicht einmal eine solche Mutter, und keine Genealogie beurkundet seine natürliche Be-, rechtigung zu priesterlichem Amte, weshalb Philo .. sein Priesterthum rein auf Gottes Gnade mit Ausschluß alles Verdienstes zurückführt." Man hat von christlicher Seite das Gegenbildliche in dem Messias Jesu oft und viel darin gesunden, daß man gesagt hat, Christus, der Messias, sei nach seiner menschlichen Natur ohne Vater und nach seiner göttlichen Natur ohne Mutter. Allein so wahr dies auch ist, scheint es uns denn doch eine sehr willkürliche, gezwungene und unbefriedigende Anpassung zu sein; und zwar schon aus dem einfachen Grunde, weil man doch eben so gut das Gegentheil behaupten und sagen kann, Christus entsprach seinem Vorbilde nicht, denn nach seiner göttlichen Natur war Gott sein Vater und nach seiner menschlichen Maria seine Mutter. Die Worte Ebr. 7,3 lauten von Melchisedek: „Ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht, und hat weder Anfang der Tage, noch Ende des LebenS: er ist aber verglichen dem Sohne Gottes, und bleibet

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