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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 5-6 (1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
5-6 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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72 Für unfern Zweck kommt es nicht darauf an, ob dies oder ein anderes Salem gemeint sei; denn wir berücksichtigen nur den Namen und der wird, wie es Ebr. 7, 2 heißt, „aufs Erste verdolmetschet ein König der Gerechtigkeit; darnach aber ist er auch ein König zu Salem, d. i. ein König des Friedens." Wenn nun auch dieser Melchisedek, König zu Salem, ebenso ein friedfertiger wie ein gerechter König gewesen sein mag, so müssen wir doch auch hier von ihm sagen, von Natur und in sich selbst war er ein Sünder und Gottloser, wie jedes andere AdamSkind, und da galt auch von ihm, was die Schrift alten und neuen Testaments sagt: „Die Gottlosen haben keinen Frieden" Jes. 48, SS; „Und den Weg deS Friedens wissen sie nicht." Röm. 3,17. — Aber er ist ein Vorbild auf den „Friedensfürsten", von dem Jes. S, Ps. 7S und an andern Stellen geweissagt ist, daß unter seiner Regierung auch großer und ewiger Friede sein werde. Melchisedek weiset als König zu Salem hin aus den König Messias, von dem Jesaias sagt: „die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten." Er hat Frieden gebracht, er hat Frieden gemacht am Stamme des Kreuzes; er läßt Frieden verkündigen, er sendet seine Boten, „die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen; die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König." Jes. 5Ä, 7. Sein Friede ist nicht ein zeitlicher, der fortwährenden Wechselfällen unterworfen ist, sondern eö ist der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der Herz und Sinne bewahrt zum ewigen Leben, den sonst Niemand geben, den aber auch Niemand nehmen kann. Mit einem Worte, Melchisedek weiset schon in seinen Namen auf Jesum Christum hin, dessen Reich ist Gerechtigkeit und Friede. Delitzsch sagt in seinem Ebräerbriefe S. SK9 zu Ebr. 7,1—3: „Gerechtigkeit und Friede sind in der alttestamentarischen Prophetie die Signatur der MessiaSzeit. In beiden auf diese Hoffnungssterne der Zukunft lautenden Namen ist Melchisedek nicht zufällig, sondern nach der Absicht Gottes, welcher die Geschichte bis auf solche Nebenumstände gestaltet und ordnet, Vorbild Christi, dessen Königthum, wie ihn z. B. Ps. 72 vorauSschaut, ganz und gar in Gerechtigkeit und Frieden aufgeht, Vorbild des gerechten Zemach Jer. 83, 5 des Gerechtigkeitssprosses Jer. 33, 15, des Friede-

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