Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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TO von Wahrheit anwenden; während Alles in vollkommenerHarmonie ist, wenn wir den Psalm von dem Messias verstehen, wie dies im Neuen Testament an vielen Stellen auch bezeugt wird. Steht es aber fest, daß der Herr Davids, der in dem 110. Psalm besungen wird, der Messias ist, so ist damit auch zugleich dargethan, daß Melchisedek den Messias vorgebildet, und es fragt sich nun, worin dies Vorbildliche bestehe, in welchen Stücken Melchisedeck ein Vorbild auf den Messias gewesen sei? Wir finden dasselbe in folgenden vier Punkten, nämlich 1. in den Namen, 2 in seiner Person, 3. in seinem Amte und 4. in seiner Größe oder Erhabenheit. 1. Die Namen, welche im alten Testament den Personen beigelegt werden, sind nicht so bedeutungslos, wie in unfern Zeiten und bei unfern Völkern. Wenn wir auch nicht sagen wollen, daß alle Namen bei den alttestamentarischen Personen bedeutsam und von besonderer Wichtigkeit sind, so ist es doch auch nicht zu leugnen, daß bei Vielen die Bedeutsamkeit klar und stark hervortritt. Man denke z. B. an Adam, Eva, Kain, Seth, Noah, Abram oder Abraham, Isaak, Jakob oder Israel, die Söhne Jakobs und viele andere. So ist es auch nicht zufällig oder bedeutungslos, daß der Mann, von dem wir hier sprechen, Melchisedek heißt und als König von Salem bezeichnet wird. Melchisedek bedeutet König der Gerechtigkeit und Salem heißt Friede. Wer immer nun auch dieser Melchisedek gewesen sei, jedenfalls war er aus der Zahl der Menschen, die allzumal Sünder sind und daher konnte er auch nicht in und an sich die Wahrheit seines Namens: König der Gerechtigkeit, darstellen. So gut und fromm und gottesfürchtig er auch sein und leben mochteso gerecht und heilig er auch unter den Menschen dastehen, so sehr er sich auch in seiner Regierung der Gerechtigkeit befleißigen mochte: vor Gott dem HerzenSkündiger, der Lust hat zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt, der einen andern Maßstab anlegt, nach welchem er unsere Thaten und Worte und Gedanken mißt, hatte er keine Gerechtigkeit, mit der er hätte auftreten und bestehen können; sondern da mußte er vielmehr, je herrlicher seine Frömmigkeit und Gottesfurcht strahlte, in das demüthige Bekenntniß, wie es später ein Jesaias ablegte, einflimmen: „Wir sind allesammt wie die Unreinen