Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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62 fameren Brüder, und sie haben oft eineklcine Summe dafür geboten, wenn ich mich weigerte, es ihnen umsonst zu geben. Dieser Tage kam ein Knabe und brachte einen Keran (nicht voll fünf Silbergroschen) und sagte: „Ich brauchte Monate, um diese Summe zu sammeln, aber ich gebe sie gern hin, wenn Sie mir dafür elf Neue Testamente geben. Die Summe mag Ihnen gering erscheinen, aber bedenken Sie, daß es Alles ist, was ich habe, und daß cs im Vergleich mehr ist, als irgend eine Summe, die ein reicher Mann zahlen kann." Ich war betroffen von der ehrlichen Einfalt und dem Ernste des Knaben, und wurde so gewaltig an die Bemerkung des Herrn über das Scherflein der Wittwe erinnert, daß ich seiner Bitte willfahrte und ihn nur fragte, was er mit so vielen Testamenten anfangen wolle. „Bisher," sagteer, „las die ganze Klasse in unserer Schule, der ich angehöre, in einem Exemplare, und ich wünsche nun diese Zahl unter sie zu vertheilen." Sie können sich denken, mit welcher Freude ich ihm die gewünschte Zahl des heiligen Buches überreichte, und daß ich sie mit dem Seufzen begleitete, daß der Herr das Wort seiner Liebe mit dem Thaue seiner Gnade benetzen und reiche Früchte tragen lasse wolle. Den nächsten Tag kam derselbe Knabe wieder mit vier Krusch (etwa 1 Sgr. 8 Pf.) und bat mich, ihm dafür noch vier Neue Testamente zu geben, unter denen eins mit größerem Drucke für einen altern Bruder, der an schwachen Augen leidet. „Die andern drei," sagteer, „werden grade hinreichen für die Schüler in der Klaffe, so daß immer zwei und zwei eins haben und darin lesen können. Die vier Krusch wurden durch Subskription in der Kaffe zusammen gebracht." Ich fragte ihn, ob sie sich nicht vor den Rabbinen fürchteten, worauf er sagte: „Wir fürchten uns allerdings und sind daher sehr behutsam; wir sind aber auch bereit, alle Folgen zu tragen. Wir lesen und lieben das Neue Testament und glauben, daß. es das Wort Gottes ist, und wir verlassen uns auf Gott, daß er uns helfen und beschützen wird." Mögen all ihre Erwartungen durch den Herrn Jesum verwirklicht werden! ES ist jetzt ein großer Kampf zwischen der chaldäischen und lateinischen Kirche. Den Ursprung desselben erwähnte ich schon in einem früheren Briefe oder Tagebuche; die Zeit erlaubt es mir jetzt