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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 Medicin versorgt, Nutzen gehabt haben. Als Beispiel dieser Dankbarkeit mag folgende Thatsache dienen. Vor einigen Wochen wurde ich von einer großen Zahl Juden und Jüdinnen besucht. Ich konnte nicht so ganz ihre Absicht Herauskriegen, warum sie mich so mit Frauen und Kindern besuchten. Um jedoch die Gelegenheit nicht Vorbeigehen zu lassen, sondern sie recht zu benutzen, setzte ich mich sofort nieder, um ihnen den Weg des Heils in Christo zu zeigen. Sie alle schienen aufmerksam zuzuhören; aber ganz besonders die Frauen. Sie waren erstaunt, wie sie hernach sagten, zu finden, daß ich mir solche Mühe gab, ihnen die Lehren unserer Religion klar zu machen und sie mit Güte und als vernünftige Wesen zu behandeln. Als ich aufgehört hatte zu reden, baten sie mich um Erlaubniß, mir ihren Dank für die Genesung ihrer Tochter und Verwandten aussprechen zu dürfen. Ich sagte ihnen, daß ich mich sehr freue, theilweise daö Werkzeug in der Hand Gottes gewesen zu sein, ihrem Kinde Hülfe zu gewähren. „Aber" fügte ich hinzu, „der Dank gebührt allein Gott, der es wohlthätigen Menschen ins Herz gegeben hat, euch Medicin zu schicken, und der die Mittel zur Genesung des Kindes gesegnet hat. O, daß ich euch nun auch zu dem wahren und geistlichen Arzte führen könnte, der die Krankheiten eurer Seelen heilen kann. Der einzige Gegendienst, den ich mir von euch für das erbitte, was ich an euch gethan habe, ist der, daß ihr in der Schrift suchet und sehet, ob sich die Sache also verhalte." Aber die Einrichtung der Verabfolgung von Medicin hat mehr genützt; sie hat mir vielfache Gelegenheit dargeboten, die Juden in ihren Häusern zu besuchen, und hat die Juden die sich sonst fürchten, mir nahe zu kommen, in den Stand gesetzt, sich mit mir zu unterhalten, und meine Darlegung ihres verlorenen Zustandes von Gott und des einzigen Weges zu ihrem Heile durch den Tod und das Verdienst Jesu Christi zu vernehmen. Mehrere baten mich um ein Neues Testament, und ich habe seitdem gehört, daß sie es fleißig gelesen und studirt haben. Es scheint ein großer Hunger und Durst nach dem Worte Gottes und besonders nach dem Neuen Testament unter dem Volke, vorzüglich unter dem jungen, zu sein. Die Kühneren kommen und bitten um Eremplare desselben für ihre furcht-

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