Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41 verwässert und Zion und Jerusalem der Erwähnung für unwürdig erachtet!" Hier, im orthodoren Judenthum, hört man doch noch ein Anerkennen des heiligen Bibelwortes, ein Zeugniß von einem Gefühl und Erkennen der eigenen Sündhaftigkeit, von einem Verlangen nach Erlösung und von dem Festhalten an der Hoffnung, die in den alten Vätern so lebendig war, der Hoffnung auf einen persönlichen Messias, der allein die rechte Hilfe bringen kann, Dinge, derer die Reform meist nur schnöde lacht und spottet, wie z. B. in Nr. 12 der a. Z. d. I. ein Correspondent aus Baiern schreibt: „Der Pfarrer Konrad Blendinger in Gleisenau bei Ebelsbach" habe ein Flugblatt unter der vielversprechenden Firma versendet: „„Der Messias, Israels und aller Völker Prophet, Hoherpriester und König, der einige Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Heiland der ganzen Welt und auch ihr Richter, in seiner göttlichen Größe und Herrlichkeit vor Augen gestellt dem jüdischen Volke und aller Welt."" Neber den Erfolg sind wir völlig beruhigt. Ich übersende Ihnen dasselbe, und da es sehr kurz ist, so wird Ihnen der Inhalt, wenn Sie sich die Mühe der Durchsicht nehmen wollen, beweisen, daß der Herr vollkommen reif ist für das-." Man kann wohl auch nicht anders als sagen, daß es gottlose Frechheit ist, wenn die a. Z. d. I. in Nr. 17 ausruft: „Was können wir Juden dafür, daß wir durch alle Länder der Erde zerstreut sind? .. Es war das Werk der göttlichen Vorsehung; aber die Völker als deren Werkzeuge tragen die unmittelbare Schuld." Also „die Völker tragen die Schuld", die Väter haben gesündiget, die Vorsehung hat uns zerstreut, aber wir sind unschuldig. Wenn das nicht Verblendung ist, waS denn? Das ist der Geist, wie er sich im Allgemeinen und Ganzen in der a. Z. d. I. und in dem jüdischen Volksblatt ausspricht. Daneben wollen wir nicht verkennen, daß sich auch einzelne Spuren, obgleich nur noch schwache, einer bessern Regung zeigen. Die Reform scheint den Gang der Rationalisten in der Christenheit gehen zu wollen, sie wird zuletzt wie die Seichtigkeit und Nichtigkeit, so auch die Gottlosigkeit ihrer sogenannten Entwickelung und Cultur einsehen und mit Scham vom gepriesenen Fortschritt zum geschmähten Rückschritt ge-