Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Oberrabbinen wird verkündet, daß man aus Anlaß der jetzt in der Gemeine herrschenden Kinderseuche sich veranlaßt sah, die Sünden der Stadt zu suchen, und man hat befunden, a) daß die Bäcker nicht die nöthigen Schaufeln haben, b) daß die Frauen Viele verleiten mit dem, was sie die breiten Reifröcke tragen, daher, wer Gottesfurcht im Herzen hat, soll das Crinolinentragen in seinem Hause verbieten. Vorläufig macht man aber bekannt, daß man wird von heute den Wächter stellen bei den Synagogen an Sabbath und Festtagen, daß sich keine Frau wagen soll, die Synagoge zu besuchen mit solchen breiten Reifröcken; vielleicht wird der Allmächtige schonen, vielleicht wild er sich erbarmen und zu dem verderbenden Engel sagen: Laß ab deine Hand und verderbe nicht." Dagegen ist, Gott Lob, in den obigen Eitaten eine ganz andere Sündenerkenntniß ausgesprochen-, eine Sündenerkenntniß, wie wir sie bei der Reform durchaus nicht finden. Wir können eö uns nicht versagen noch ein Citat auS „dem Israeliten" zu geben, das in dieser Hinsicht den Unterschied zwischen der Orthodoxie und der Reform zeigt. In Nr. 36 lesen wir: „Der neumodische Jude, der die jüdische Nationalität verleugnet, ist nicht nur ein Apostel" — soll wohl heißen: Apostat? — „ein Abtrünniger im religiösen Sinne, sondern einVerrälhcr an seinem Volke, an seinem Namen, an seiner Familie." Dabei steht die Anmerkung: „Der flache Rationalismus der vergangenen Jahrzehnte hat in dieser Beziehung mit rmserm Heiligsten ein schmähliches Spiel getrieben; wir wollen nur ein Beispiel anführen. In dem Gebetbuch der israelitischen Reform-Gemeinde zu Mainz findet sich folgende Stelle: „Ob ihrer Sünden wurden unsere Voreltern aus ihrem Lande vertrieben und entfernt ans ihrem Reiche, so daß sie nicht mehr nach deinem großen und heiligen Tempel wallfahren, dort opfern und dich anbeten konnten, da das Heiligthum zerstört ward. Man vergleiche hiermit das: um unsrer Sünde willen und frage sich, ob wohl ein schmählicheres Spiel hat getrieben werden können. Der Betende wird hier zum Ankläger der sündigen Väter, während er sich selbst als sündenfrei darstellt, diesen bösen Vätern gegenüber; alles Nationale wird abgestreift und jeder Antheil am heiligen Lande ausgegeben, die Hoffnung auf Erlösung