Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554725-2554728--03868-2559780
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

39 Schmerz auf Israels jetzigen Zustand blicken, der bei aller staatlichen Freiheit, die die Neuzeit uns gebracht hat, uns doch nicht die Mittel darzureichcn vermag, um dadurch eine wahrhafte Selbstheiligung an uns zu vollziehen." Erfreulich ist es, wenn man in dem orthodoren Judenthum noch Stimmen vernimmt, die Israel an seine Sünde erinnern, wie dies in einer Predigt (?) die „der Israelit" in Nr. 31 mittheilt, geschieht. Dort heißt es: „Um der Sünde unsrer Väter willen hat Gott sein Heiligthum zweimal zerstört, um der Sünde unserer Väter willen mußte unser Volk sich zerstreuen über den ganzen Erdboden, um der Sünden unserer Väter willen haben unsere Voreltern Verfolgungen erdulden müssen, die an Furchtbarkeit und Ausdehnung ihres Gleichen nicht finden; um unserer Sünden willen sind wir noch nicht zurückgekehrt in das heilige Land unserer Väter." Nach Anführung von Amos 4, 1 und Jes. 1,3 heißt es: „Siehe, das Thier . .. wird durch seinen Naturtrieb sicher geleitet; der Mensch aber, mit Verstand und Vernunft begabt,... mißbraucht Verstand und Vernunft um der Sünde zu stöhnen und dem Laster zu huldigen." Nach Anführung von Klage!. 2,14: „Also geschieht eS auch jetzt; die modernen Rabbinen und Prediger schauen nur Trügerisches und Nebensächliches; den Kern der Mahnung, die Hinweisung auf die Uebertretung von Gottes Geboten wagen sie nicht auszusprechen, oder wollen sie nicht aussprechen; sie wollen unser Volk nicht zurückführen zu seinem Vater im Himmel." Und abermal nachdem Jer. 30, 3—7 angeführt worden: „Wer hat heute noch den Muth, hinzuweisen auf die Strafe, die da der Sünde folgt? Es scheint, wie wenn das Bewußtsein vom Walten der göttlichen Vorsehung dem Menschen entschwunden wäre." Bisher war man gewohnt von der orthodoren Partei fast nur solche Bekenntnisse zu hören, die die Sünde in Uebertretung der kleinlichen rabbinischen Vorschriften fanden, wie in Nichtbeachtung der Speise-, Wasch - Gesetze u. dergl. Es mag auch heute nicht an dergleichen fehlen. So theilt die a. Z. d. I. in Nr. 2 eine Bekanntmachung des Oberrabbinen in Krakau mit, die er bei Gelegenheit einer dort herrschenden Kinderseuche, wie es heißt, auf Betrieb einiger Chassidim, ergehen ließ und die wörtlich also lautet: „Im Namen des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.