Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Früchte die so sehnlichst begehrte Emancipation trägt? Die a. Z. d. I. bringt bisweilen auch hiefür Zeugniß, so sagt sie z. B. in Nr. 50, S. 726 in einer Privatmitth. aus Brüssel: „In Folge der hier herrschenden Civilehe, freien Niederlassung und unbegrenzten Freiheit entziehen sich viele Juden dem Gemeindeverband gänzlich, ohne deshalb grade Christen zu sein, denn die belgische Verfassung frägt Niemanden nach seinem Glaubensbekenntniß . . . Wie nun aber jedes Ding seine zwei Seiten hat, so trägt eben diese Freiheit, so schätzenswerth sie. ist, gewaltig dazu bei, der unserer Zeit anhängenden Lauheit, dem religiösen Jndifferentismus Vorschub zu leisten und manchen Israeliten der Gemeinschaft seiner Glaubensgenossen zu entziehen. . . Der Tempel ist während des ganzen Jahres fast verlassen." — Einen weiteren Beweis für die Hinneigung der Orthodorie zur Reform finden wir darin, daß „der Israelit" die Idee der Reform sich aneignet, die Juden -seien in ihrem gegenwärtigen Zustande der Zerstreuung das Missionsvolk für die Welt. In einem Artikel überschrieben: „Der letzte Hohepriester und das letzte Brandopfer" führt „der Israelit" in Nr. 9 „den Hohenpriester" also redend ein: „Männer Israels! Das Heiligthum geht in Flammen auf — nun bedarf cs der Heiligthümer nicht mehr! Fortan giebt es keinen Hohenpriester mehr, — aber Israel selbst werde der Hohepriester der Menschheit — also ist eS beschlossen im Rathe des Herrn. — Nur Eines rettet: das göttliche Gesetz! Mit diesem geistigen Heiligthume ziehet hinaus in alle Welt und verkündet den Heiden in tausend Zungen das Wort Gottes!" Eben dasselbe wird auch in Nr. 28 „ des Israeliten " behauptet, wo es heißt: „Wahrlich, als die Träger des göttlichen Namens, als die Verkünder seiner heiligen Lehre ziehen wir einher unter den Völkern, voll des hohen Berufes, der uns geworden — und unser erhabener König, dessen Sendboten an die Nationen wir sind, läßt uns nicht untergehe»." Wir fragen nicht, wo und wann die Juden diesem vorgeblichen Befehle „des letzten Hohenpriesters" nachgekommen wären und „in tausend Zungen das Wort Gottes den Heiden verkündet hätten;" bekanntlich wissen weder Christen noch Juden eine Spur davon aufzuweisen. Warum sollte denn auch „das Wort