Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554725-2554728--03864-2559776- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38 Juden bekannt. Sein jüngster Ausspruch: Die Taufe habe noch niemals orientalisches Blut in germanisches verwandelt, hat ihm von Neuem unsere Herzen gewonnen." Wie reimt sich denn eine solche herzliche Brüderlichkeit der orthodox sein wollenden Juden mit Rupp? Wissen denn diese für ihn so Begeisterten nicht, daß, wie er das Heilige des Christenthums verspottet, er ebenso und wohl noch mehr über das Alte Testament spottet, gar nicht zu gedenken, wie er über Talmud u. s.w. denken und urtheilen mag? Und für einen solchen Religionsspötter sind ihre Herzen so gewonnen, grade um seiner Spötterei willen und weil er mit solchen Waffen des Spottes für ihre Emancipation streitet? Aber wie ist es denn überhaupt möglich, daß ein wirklich orthodorcr Jude, der „Torah, Talmud und Schulchan avuch" zu seinem Religionsgesetz macht, die Emancipation selbst nur verlangen kann? „Der Israelit" sagt in Nr. 14 das „innerste Wesen" des Judenthums „zugleich mit der äußeren Form seines Auftretens ist das Gesetz, denn es ist die Wahrheit, die absolute Wahrheit, und kann daher seinen Bekennern kein Abweichen von dieser Wahrheit gestatten; daher die strengen Gesetze gegen jene von Herrn v. Bethmann-Hollweg namhaft gemachten schweren Verbrechen, die entweder ein Abfall sind oder einem solchen gleichstehen (die Entweihung des Sabbaths ist, wenn solche durch einen Juden geschieht, Leugnung der Weltenschöpfung durch Gott, folglich Götzendienst)." So sagt „der Israelit." Wenn nun die Emancipation wirklich so zur Thatsache wird, wie unsere helltigen Juden sie begehren, können sie dann, um nur bei diesem Einen Fall stehen zu bleiben, den Sabbath noch beobachten? Das ist denn doch eine reine Unmöglichkeit, und somit arbeitet „der Israelit" selbst darauf hin, das Judenthum zur „Leugnung der Weltenschöpfung durch Gott" und zum „Götzendienst" zu führen. Das scheint denn auch Mancher von den Orthodoxen zu fühlen, wenigstens macht der Herausgeber „des Israeliten" in Nr. 34 bei Mittheilung einer Rede, die vor dem großen Rache des Kantons Aargau gehalten wurde, in welcher der Redner den Vorschlag macht, die Israeliten könnten doch „ihren Sabbath auf den christlichen Sonntag vorrücken" die Anmerkung: „Lieber keine Emancipation als die Verkürzung unserer heiligen Religion, die 3*