Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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34 in Folge der Predigt zu denselben ein Regen und Rauschen kund, aber es war noch kein Leben aus Gott in ihnen. Eine Bewegung geht auch in der Judenscheft noch immer fort. Die Orthodoxie ist in vielfacher Hinsicht gar nicht mit sich einig ( und scheint eigentlich nicht recht zu wissen, wa§ sie will; denn sie ist z. B. eben so begeistert einerseits für Reform idem, wie sie andererseits jubelt über Abnahme und Fall der Reform. Um von Letzterem zuerst einige Worte zu sagen, so ist eS offenbare Selbsttäuschung der Orthodoxen, wenn sie in Siegesliedern jubeln, wie wir z. B. in Nr. 36 „des Israeliten" lesen: „Es geht ein anderer Geist durch die Welt; die Reform auf dem Gebiete des Judenthums hat sich überlebt; für das Heranwachsende Geschlecht bahnt sich eine Umkehr an. Viel tausend Zeichen sprechen dafür;" oder in Nr. 38.: „Die gefährlichste Krisis,... die sogenannte Reform, die nichts Anderes als die Aufhebung der Lehre und die Abschaffung des Gesetzes bezweckte, ist von ihrem Höhepunkte bereits herabgestürzt." Diese Selbsttäuschung der Orthodoxie wird fast lächerlich, wenn man Artikel in demselben Blatte, als in dem „Centralorgan für das orthodoxe Judenthum" liest, die ganz im Geiste der Reform geschrieben und gehalten sind, so daß man recht deutlich sieht, wie viel eher die rabbinischen Juden sich selbst zur Reform hinneigen und von derselben gegängelt und angelockt werden, als daß sie dieselbe überwunden hätten. Wir finden den Beweis für unsere Behauptung in dem Verlangen der Orthodoxie nach der Emancipation. Für diese schwärmen sie oder wenigstens Viele eben so wie die Culturjuden. Man traut seinen Augen kaum, wenn „der Israelit" Freudenergießungen bringt, wie die in Nr. 37 aus Königsberg, die also lauten: „Auch unsere berühmten Abgeordneten in Berlin, Rupp und Kosch fahren fort jüdische Interessen in der Kammer gegenüber dem reaktionären Ministerium männlich zu vertreten. Wie unser Dr. Kosch neulich wieder als Mitglied der Marinekommisston der Regierung ihre Sünden gegen seine Glaubensgenossen vorgeworfen, so hat Herr vr. Rupp in der bekannten Angelegenheit der posener Realschule zu Gunsten der jüdischen Lehrfreiheit eine glänzende Rede gehalten. Dieser ehrenwerthe freievangelische Prediger ist längst als entschiedener Vertheidiger der Emancipation der