Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 1-2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554725-2554727--03850-2559761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 zog an Zacharj«, den Sohn Jojada, deS Priesters. Der trat oben über das Volk und sprach zu ihnen: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote deS Herrn, das euch nicht gelingen wird? Denn ihr habt den Herrn verlassen, so wird er euch wieder verlassen. Aber sie machten einen Bund wider ihn, und steinigten ihn, nach dem Gebot des Königs, im Hofe am Hause des Herrn." Jereuü 26, 20 wird von einem Uria erzählt, der im Namen des Herrn weissagte, gleichwie Jeremia, er floh nach Egypten, wurde aber zurückgeholt und — getödtet. Wie Israel den Propheten Jeremias behandelt, sollten doch die Herren Doctoren und Rabbinen, die sich ihrer genauen Kenntniß der Geschichte rühmen , wissen; es scheint ihnen aber entgangen zu sein, daß die Fürsten ihn tödten wollte», daß man ihn in eine Grube warf, in der er elendiglich umgekommen wäre, wenn ihn nicht ein Heide herausgezogen hätte. Daß der ProphetJesaias von seinem Volk zersägt worden ist, sagt unseres Wissens der Talmud. — Daß bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer die Juden, so lange sie noch einige Macht hatten, die Christen grausam verfolgten, zeigt schon das oben angeführte Beispiel des Apostels Paulus, der als Jude im Namen und unter Vollmacht des Hohenpriesters die Nachfolger Jesu Christi aller Orten aufsuchte, um sie ins Gefängniß zu überliefern. Apg. 6 und 7 wird ausführlich erzählt, wie Stephanus von den Juden vor ihrem hohen Rath angeklagt, verurtheilt und gesteinigt wurde, der aber niederkntrete und laut schrie: „Herr Jesu, nimm meinen Geist auf!" und „Herr behalte ihnen diese Sünde nicht." Nach dem Tode Herodis, ehe noch ein neuer römischer Statthalter nach Jerusalem kam, hatte, wie die „Geschichte der christlichen Kirche" des norddeutschen Vereins Bd. 1 S. 163 erzählt, der Hohepriester AnaniaS inzwischen die Obergewalt. Er berief eine Rathsversammlung, forderte Jacobus vor und beschuldigte ihn, daö Gesetz Mosis verletzt zu haben. Wegen des Ansehens, in dem Jacobus bei dem Volke stand, das ihm den Beinamen „des Gerechten" gegeben, war seineVerurtheilung nicht so leicht. Man nahm seine Zuflucht zur List; man stellte den Apostel auf eine Zinne deS Tempels und verlangte, er solle öffentlich gegen die christliche Lehre reden. Da er aber ein kräftiges Zeugniß für