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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 1-2 (1863) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
1-2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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M eben solcher Unwissenheit in Absicht auf vas wahre Christenthum gewesen, wie Dr. PH. ist in Absicht auf das mosaische und talmudische Judenthum. — „Der Israelit" fragt: „Was versteht Herr v. Bethmann-Hollweg unter Judenthum?" Wir fragen auch: was versteht vr. PH. unter Christenthum? Wir Protestanten haben keine schriftliche und mündliche Lehre, auch keine geschichtliche Entwickelung, auf die wir als die Autorität und Quelle oder Basis des Christenthumö verweisen, sondern was Christenthum in der That und Wahrheit ist, das lehrt unS allein das Neue Testament. Wer im Namen des Christenthumö Verfolgungssucht geübt hat oder übt oder üben will, der sehe zu, ob er im Neuen Testament einen Ermunterungs- oder Rechtfcrtigungsgrund finden kann. Ist aber im Neuen Testamente die Verfolgung nicht gelehrt, gebilligt, gutgeheißen: so kann der Verfolgungssüchtige nun und nimmermehr „im Namen des Christenthumö" Verfolgung üben. Giebt er dies vor, so betrügt er sich und Andere. „Der Stifterder christlichen Religion" hat nicht Verfolgungssucht gelehrt, sondern: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thnt wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen." Matth. 5, 44. Als bei einer Gelegenheit einige Jünger Jesu Christi zu ihm sprachen: „Herr willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle, und verzehre sie, wie Elias that? Da wandte sich Jesus uni, bedrohete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten." Luc. 9, 54. 55. Als ein anderer Jünger bei der Gesangennehmung Jesu Christi das Schwert zog und anstng drein zu hauen, sprach der Herr zu demselben: „Stecke dein Schwert an seinen Ort, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen." Matth. 26, 52. Als derselbe Herr Jesus seinen letzten Einzug in Jerusalem hielt, klagte er mit heißen Thränen, daß Israel sich nicht wollte von ihm sammeln lassen, daß sie nicht bedachten, was zu ihrem Frieden dient, nicht wahrnahmen die Zeit ihrer Gnadenheimsuchungen. Und als dieses Israel diesen Jesum anö Kreuz gebracht hatte, da war das erste Wort des Gekreuzigten eine Fürbitte für sie: „Vater 2*

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