Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 1-2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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sonders faul sind. Alles, was die Herren Vertheidiger Vorbringen, sind hohle Phrasen, deklamatorische Ausrufe. Man will sich allenfalls in dem unreinen Wasser Anderer waschen. Sehe» wir uns indeß die hier zusammentreffenden Gesinnungen und Aeußerungen der Orthodoxie und der Reform etwas genauer an. — Daß in dett vergangenen Jahrhunderten Christen in den verschiedensten Ländern „oft in umfangreichster und grausamster Weife" die Verfolgungssucht geübt haben, ist doch wahrlich von uns niemals geläugnet, entschuldigt', gebilligt, sondern vielmehr oft mit Wehmuth bekannt und beklagt und getadelt worden. In vielen Schriften ist dasselbe oft und viel geschehen. Wenn Dr. PH. schreibt, die Christen hätten diese Verfolgungen „im Namen des Christenthums geübt", so können wir zwar nicht sagen, daß ein Rabbiner „mehr und Wichtigeres zu thun" habe, als sich um das Reue Testament zu bekümmern, in welchem die Lehre des Christenthums enthalten ist; aber wir können ihn entschuldigen, wenn er das Christenthum nicht kennt; doch sollte nicht nur ein Rabbiner, Prediger, Doctor, sondern auch Jeder, der Anspruch auf Bildung macht, zu unterscheiden wissen zwischen Person und Sache. Dr. PH. hat unzählige Male in seiner Judenzektung den Satz aufgestellt: „Ein Recht für Alle."*) Hat er das gethan in seinem eigenen, individuellen Namen, oder im Namen des Judenthums? Niemals in seinem Namen, sondern stets im Namen des Judenthums, im Namen des Mosaismus. Und doch hat er, so oft er diesen Satz ausgerufen hat, damit nur eine freche Lüge begangen; denn in dem Gesetz Mosts steht nun einmal der Satz nicht, und ob Dr. PH. ihn im Talmud suchen oder gar finden sollte, möchten wir bezweifeln. So wenig nun irgend Jemand im Namen des mosaischen Judenthums einerlei Recht für Alle behaupten kann, eben so wenig können die Christen, die „Verfolgungssucht üben", es „im Namen des ChristenthumS" thun. Wenn sie das gemeint und gedacht oder gesagt haben, so sind sie in eben solchem Jrrthum und in *) „ Der Israelit" scheint auch hier seinem Gegner beiznstimmen, denn er sagt in dem oben angeführten Artikel: „Die Religion Israels, welche „eine Lehre für de« Einheimischen wie für den Fremden" vorschreibt, ist wahrlich nicht verfolgnngSsnchtig."