Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 1-2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Gestaltung menschlicher Willkür, mir der beklagenswerthesten Verirrung des menschlichen Geistes, mit dem Atheismus." Weiter heißt eS: „Was versteht Herr von Bethmann-Hollweg unter Jüdcnthum? Begreift er darunter die heilige Religion Israels, wie ste in schriftlicher und mündlicher Lehre aller Welt offen vorliegt, so ist diese Behauptung von der Wahrheit weiter entfernt als der Himmel von der Erde.... Versteht aber der Herr Cultusmiiiifter unter Judenthum die Juden, so möchte es ihm doch schwer fallen, den Beweis für seine Behauptung zu liefern. Seit Jahrtausenden gehören unsere Glaubensgenossen zu den Verfolgten, zu den hart und grausam Verfolgten, und niemals haben sie zu den Verfolgern gehört. Wir ersuchen Herrn von Beihmann- Hollweg uns auch nur ein einziges Beispiel aus unserer Geschichte anzugeben, wo Juden Anhänger anderer Religionen ihres Glaubens halber verfolgt hätten " u. s. w. Wenn man eine solche Sprache hört und liest, die so getrost und zuverstchtlich stch auf die Religions- und Geschichtsquellen, auf die Kenntniß der Geschichte beruft, die so keck und muthig herausfordert, man „solle auch nur ein einziges Beispiel" aus der Geschichte des JudenthumS angeben, wo Juden Anhänger anderer Religionen um ihres Glaubens willen verfolgt hätten; wenn man eine solche Sprache hört, die den Trumpf ausbringen kann, in vier Jahrtausenden sei die Verurtheilung des Stifters der christlichen Religion die einzige Thatsache der Verfolgung von Seiten der Juden: so sollte man doch wirklich stutzig werden und nicht nur annchmen, sondern stch für fest überzeugt halten, die Sache müsse guten Grund haben. Die Juden haben ein Sprüchwort, daS heißt: Wenn zwei sagen, du bist betrunken, so lege dich zu Bette. Die a. Z. d. I. und „der Israelit" treten so bestimmt auf, daß an Zweifel schon gar nicht mehr zu denken sein sollte. Aber man meint, je kecker und dreister man auftritt, desto mehr imponirt man, desto eher wird der große Haufe den prahlerischen Worten glauben. Wenn wir uns auch nicht wie jene Herren rühmen können, die Geschichte so genau zu kennen, so ist unS doch so viel aus derselben bekannt, daß die Abweisungen der Beschuldigung, das Judenthum sei verfolgungösüchtig, sammt und 2