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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 1-2 (1863) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
1-2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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13 Wir können und wollen auch nicht sagen, daß sich die Reform vom Mosaismus oder vom Talmudismus oder von Beiden förmlich losgesagt hätte. Herr vr. Ph. würde gewaltig gegen eine solche Beschuldigung protestiren. Das Culturjudenthum läßt so viel vom Mosaismus gelten, was mit der Vernunft der Culturjuden harmonirt; alles Andere ist und wird als Mysticismus, als Aberglauben, als dem Verständniß der neueren Zeit ganz und gar widersprechend u. s. w. ausgeschieden. Doch wir wollen das Allgemeine hier verlassen und zu einzelnen charakteristischen Merkmalen sowohl des Reformals auch des orthodoxen Judenthums gehen. Wir sagten, daß PH. gegen die Beschuldigung, er verwerfe das alte Testament, stark protestiren würde. Ereifert sich ja der Herr Rabbiner ganz gewaltig in Nr. 38 seiner Judenzeitung gegen den Verfasser eines uns unbekannten Werkes: „Die deutsche Arbeit von W. H. Riehl", der „das Neue Testament als eine höhere Entwickelung gegen das Alte Testament ansieht", und schreibt einen geharnischten Artikel über: „Die Arbeit nach der heiligen Schrift", in welchem er gegen diese Zurücksetzung des Alten Testaments loszieht und dem Verfasser Riehl sagt, daß er „seine Sache schlecht geführt habe." In diesem Artikel geht Ph. von seiner gepriesenen „Entwickelung" aus, die er schon 1 Mos. 3 findet. Er sagt S. 532: „Gleich nach der Schöpfung der Erde und des Menschen führt uns die heilige Schrift in einem großartigen Gemälde die erste Entwickelungsgeschichte des Menschen vor; sie zeigt uns zuerst die geistige Entwickelung; wie der Mensch zur ersten Sünde kam, hierin zur Erkenntniß des sittlich Guten und Bösen gelangte, wodurch er überhaupt ein sittliches Wesen ward, das nur in dem Gegensätze von Gutem und Bösem begriffen werden kann." Wir müssen gestehen, daß wir uns fast fürchten zu sagen, wir verstehen diese Worte der Judenzeitung. Denn verstehen wir sie wirklich — und sie sind doch offenbar nicht räthselhaft und geheimnißvoll — so sagt uns vr.Ph.nichts Geringeres, als daß seine Entwickelung die Sünde ist. Die Ph.'sche Entwickelung soll doch etwas höchst Vortreffliches und Gepriesenes, nicht aber eine Entwickelung der Bosheit und Gottlosigkeit sein. Wie man sich aber auch den Begriff der Sünde

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