Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 1-2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 „Wohl wird die Nacht des Unheils seiner Zeit weichen mü-ffen vor dem lichten Morgen neu anbrechenden Lichts, doch nicht so unbedingt, nicht für Alle. Nur bei dem Herrn ist Heil, wahre Hoffnung einzig und allein für diejenigen vorhanden, die sich zu ihm bekehren. Für die Andern wird Nacht auf Nacht folgen, diese gegenwärtige Nacht zur bleibenden, ewigen werden, in Dumah enden." Die Anwendung unsrer obigen Frage auf unfern gegenwärtigen Fall ist nun nicht schwer. Israel ist auch in einer Nacht leiblicher und besonders geistlicher Gerichte und Noth. Es ist eine bereits lang andauernde Nacht; eine dunkle und finstere Nacht. In dieser Jahrhunderte langen Nacht der Trübsale und Strafen Gottes hat nicht nur Israel selbst schon oft vor dem Herrn gestanden, dem Hüter und Wächter Israels und mit tiefer Wehmuth und Bekümmerniß geseufzet und geweint; sondern auch viele Freunde Israels, viele Knechte des Herrn, „die gerne wollten, daß Zion gebauet würde, und gerne sähen, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden", treten bis auf diese Stunde mit der fragenden Bitte und mit der bittenden Frage vor den Herrn: „Hüter, ist die Nacht schier hin? Hüter, ist die Nacht schier hin?" Und wohl auch gerade beim Anfänge eines neuen Jahres dürfte diese wehmüthige Frage Manchen aus Israel sowie manchen Christen beschäftigen; Mancher möchte vielleicht gern eine Antwort auf diese Frage haben. — Wir maßen uns nicht an, in die dunkle Zukunft blicken und erforschen zu können oder zu wollen, was dieselbe mit sich bringen wird, ob die Nacht noch lange fortdauern ob sie noch dunkler und finsterer, ob das Gericht noch schwerer werden, oder ob bald ein lieblicher Morgen anbrechen wird, mit dem das Jahr der Gnaden, die Zeit der Erquickung von dem Angesicht des Herrn beginnt. Das weiß allein der Herr, der Zeit und Stunde seiner Macht Vorbehalten hat, vor dessen Augen aber Alles bloß und entdeckt ist, bei dem auch die Finsterniß nicht finster ist, sondern bei dem vielmehr die Nacht leuchtet wie der Tag und Finsterniß ist wie das Licht. Aber das meinen wir, die Antwort, die der Hüter den Fragenden aus Edom ertheilte: „Es kommt der Morgen, aber auch die Nacht" — gilt auch hier. ES kommt ein lieblicher, Heller Morgen für diejenigen, die sich wahrhaftig nach dem Licht sehnen, ihre