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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 1-2 (1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
1-2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 siebenten und dem vierzehnten Zahr HiskiaS noch unangetastet da inmitten der Völker — das Haus Juda. Rings um Juda ist die Kriegsfurie los. Die Philistäer sind ihr anheimgefallen, die Moabiter und Aramäer, das Reich Ephraim, Aegypten und Aethiopien; die Stämme Arabiens werden ihr in einer Kürze anheimfallen. Reich Juda allein ist noch frei, wird es auch fürs Erste noch bleiben, und soll späterhin, wenn auch angetastet und schwer getroffen, so doch glorreich aus der Heimsuchung gerettet, ja durch seine Rettung ein Grund des Heils für alle Andern werden. An dieses Volk wendet sich Edom in seiner höchsten Roth." — Die Roth wird hier dargestellt unter dem Bilde einer Nacht, wie dies öfters in der heiligen Schrift geschieht. So heißt es Jes. 5, 30: „Wenn man das Land ansehen wird, siehe, so ist es finster vor Angst und das Licht scheinet nicht mehr oben über ihnen." Ebenso Amos 5, 18: „Wehe denen, die des Herrn Tag begehren! Was soll er euch? Denn des Herrn Tag ist eine Finsterniß und nicht ein Licht." — In dieser Nacht der Noth und Trübsal wenden sich die Einwohner SeirS oder Edoms an den Wächter oder Hüter, d. i. an den Propheten. Denn diese waren die Wächter, die auf der Warte, auf der Zinne standen und schaueten und sahen, was ihnen gesagt wurde und was sie antworten sollten. Denn so spricht der Herr zum Propheten Hesekiel 3,17: „Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzet über das Haus Israel." Sie legen dem Propheten eine Frage vor, die sie, um die Dringlichkeit und das drückende Gefühl ihrer Noch anzuzeigen, wiederholen: „Hüter, ist die Nacht schier hin?" oder wörtlich: „Hüter, was von der Nacht?" Wie viel oder was von der Nacht ist vergangen und wie viel oder was von der Nacht ist noch übrig? Ist die Noth und das Gericht, darin wir uns befinden, nicht bald zu Ende, können wir nicht bald auf den Tag, auf da» Licht, auf Rettung und Hilfe hoffen? — Aber die Antwort ist keine erwünschte. Denn der Hüter sprach: „Wenn der Morgen schon komnit, so wird es doch Nacht sein." Der Beschciv ist ein abweisender. Es kommt allerdings ein Morgen, aber auch eine Nacht, je nach Beschaffenheit der Gesinnungen und Herzensstellung zu dem Herrn, der Beides macht, der das Licht schafft und auch die Finsterniß. 1 *

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