Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 11-12 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554724--03820-2559730- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aufnahme entgegen, welche darauf gerichtet war, unsere Furcht für Unsere Sicherheit in einem Distrikte zu mindern, wo der Kraft des Gesetzes bis vor Kurzem! Trotz geboten wurde, und Gewalt und Laster ungestraft hausten. Glücklicher Weise kam ein alter Mann des Dorfes, ein Nachkömmling eines gesunkenen aristokratischen Geschlechts, zu unserm Beistände, und durch diesen guten Samaritaner wurden unsere Leute und Thiere mit Nahrung und Stall versehen, und wir selbst unter die Aegide seines verehrten Namens gestellt. Die geringe Kost, auf die wir während der letzten beiden Tage gewaltsam gesetzt waren, machte, daß wir mit einigem Mißtrauen und mit Argwohn an unser Abendessen dachten. Unser guter Freund, der alte ehrwürdige Mann, und die Felaschas bemerkten unsere Bedürfnisse, und es wurde uns ein großer Vorrath von Brod, Milch und Pfeffer zu unserer Abendmahlzeit zugesandt. Der Tag war noch nicht ganz durch die schweren Massen von grauen und schwarzen Wolken hindurch gebrochen, welche gleich einem Mantel am Himmel hingen, Sturm und Hitze drohend, als wir aus tiefen Abgründen, gähnenden Schluchten und dickem Unterholze zahlreiche Parthieen Felaschas die erschöpfenden und mühsamen Abgründe erklimmend und heraufkletternd auf unsere Lagerstätte zu kommen sahen. Da Adeida Miriam nahe an der Grenze von Quara ist, wo vulkanische Berge und undurchdringliches Gebüsch dem abergläubischen Priester und büßenden Mönche eine geeignete Zufluchtsstätte darbieten, so wurden wir von mehreren dieser Einsiedler besucht, in deren verzerrten Gesichtszügen und zitternden Gestalten wir die Spuren quälender Mühen und fieberhafter Verzweiflung lesen konnten. Es waren lauter Menschen, die sich des Gesetzes rühmten und der Erfüllung aller seiner Gebote gewidmet hatten, ohne auch nur im Geringsten seinen Zweck zu verstehen und die herrliche Bestimmung, die es, hatte, zu erkennen. Einer von den Priestern, den viele seiner Anhänger einen Propheten nannten, brach ins Besondere, nach einer ermüdenden Einleitung über den Glauben der Felaschas in einen wahrhaft beredten und durchdringenden Strom von Lobpreisung unserer Mühen, Beschwerden und unermüdeten Arbeiten für ihre Wohlfahrt aus, als ob er, gleich einem geschickten Redner, durch einen rhetorischen Kunstgriff unsere Anstrengungen zu verherrlichen beabsichtigte, schließlich einem verdammenden Ausspruche Nachdruck zu geben; aber zu unserer angenehmen Überraschung fuhr er in dieser lobpreisenden Sprache fort, bis er endlich ganz erschöpft mehrere Male die Worte wiederholte: „Wahr! wahr! ja Sie haben Mitleid mit unser,» Elende — Sie klären unsere Unwissenheit auf, Sie geben uns Trost in unfern Sorgen; aber ach! Sie sagen uns nichts vom Sabbath, Nichts von den Gesetzen, welche Moses unter Donner und Blitz geoffenbaret wurden!" Nun zog er ein Buch TeesaS Sambat, das Gesetz des Sabbaths hervor, das aber so viel Widersprüche enthielt und so mit