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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 11-12 (1862) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
11-12 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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194 sagungen erweckten noch einmal den Unwillen einiger Debterghss, und .sie griffen nun de» armenMönch in einer Art trocknen. und beißenden Spottes an, worin alle Abvssinier sich auszeichnen, bis er den Kampf gütlich aufgab, und mit mürrischem Ernste allen AnHeil an unserer Unterhaltung vermied. Gegen Mittag wurde die Hitze außerordentlich drückend. Um unsere Lungen von einem erstickenden Gefühl zu befreien, öffneten wir eine Seite unseres Zeltes; dessenungeachtet war die Luft so brennend und das unreine Aroma von der beschmierten und dampfenden Menge so widrig, daß wir, wenn auch ungern, genöthigt wurden, um eine kurze Frist zur Ruhe von der ununterbrochenen Arbeit des Predigens und der polemischen Debatte, zu bitten. Sie zogen sich sogleich alle an einen von unserm Zelte entfernten Ort zurück, und traten da, mit der Bibel in der Hand, in verschiedene Zirkel zusammen, ganz erpicht auf den Gegenstand ihrer Unterhaltung und völlig gleichgültig gegen die brennenden Sonnenstrahlen, welche die Butter auf ihren Köpfen in mit Blasett versehene und blendende Ströme brachten, die über ihre Augen und ihre Nacken herabssossen. Bei unserer zweiten Zusammenkunft bemühten wir uns, ihnen die Schuld des Menschen und die Liebe Gottes die Heiligkeit des Gesetzes und die mit der Uebertretung desselben verbundene Strafe, und viele andere Wahrheiten einzuprägen, was ihre Aufmerksamkeit fesselte und sie veranlaßt«, aus der Tiefe des bewegten und bebenden Herzens zu seufzen: „Wehe uns, denn unsere Augen sind verschlossen und unsere Gemüther verfinstert, und wir kennen Gott nicht." Gegen Abend begab ich mich auf eine sanfte Anhöhe über der Ebene, von wo ich eine herrliche Aussicht über den klaren Wasserspiegel des Tsana hatte. Die heißen Winde, welche wir während des TageS hatten, hatten gänzlich aufgehört, und die ganze Natur lebte unter dem Einflüsse einer kühlem Atmosphäre und den vertraulichen Wolken eines weniger blendenden und erhitzenden Himmels wieder wie von einer Entzückung aus. Etwa ein halb Dutzend Fe-, laschas und eine gleiche Anzahl Frauen sammelten sich um mich, um sich sowohl an dem herrlichen Gemälde züergötzen, als auch den langen Abend in der Unterhaltung mir dem Missionare zu verbringen. Sie alle bekannten mir ganz frei, daß sie sich vollkommen bewußt wären, daß ein Glaube, der nur Waschungen, Opfer und gottesdienstliche Gebräuche einschärfe, nicht die Sünde hinweg thun, noch das von Schuld niedergedrückte Herz erleichtern könne; und dann fügten sie, als ob sie ängstlich besorgt wären die Zweifel und Befürchtungen zu ersticken, welche ihnen ihr Skepticismus eingegeben hatte, sogleich hinzu: „Aber unsere Religion muß doch wahr sein, da sie in dem Buche enthalten ist, welches Moses unmittelbar von Gott erhielt." Ich versicherte sie, daß ich jedes in dem Gesetze enthaltene Wort glaubte, das Moses auf dem Berge Sinai und in der

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