Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 11-12 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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bilde Bedeutung, und jedem Schatten Wesen gab, „Nach Ihrer Darstellung" sagten sie, „sollten wir gar keine Opfer bringen, noch dem Gesetze, das Moses Israel geboten hat, unbedingten Gehorsam leisten; aber wenn das richtig ist, so werden unsere Priester und nicht wir Strafe für diesen Jrrthum leiden müssen." Wir lasen ihnen einen Theil des achtzehnten Kapitels aus Hesekiel vor, und sagten ihnen dann, da mehrere christliche Priester und der Statthalter des Orts zugegen waren, daß ihre Lehrer, wie die der Christen, unglücklicher Weise mehr von der Gewohnheit und den überlieferten Gebräuchen, als von dem geoffenbarten Worte Gottes geleitet würden, und daß daraus ihre zahlreichen Legenden und Fabeln, abergläubische und die Seele verderbende Jrrthümer entstanden wären. Gegen dreißig Studenten der Theologie und Debterahs mit Negareets und einem äthiopischen Evangelium, das unter einem kostbar gemalten Baldachin getragen wurde und andern Nebendingen, beehrten uns mit einer Serenade. Ihre seltsamen Geberden, widrigen näselnden Töne, Sprünge und Possen, die Haupterrungenschaften zur kirchlichen Beförderung in Abyssinien, waren so ohne allen Anstand und religiöse Schicklichkeit, daß wir ihnen gern ein Geschenk machten, um ihre kreischenden Stimmen zum Schweigen zu bringen, und ihrem betäubenden Trommeln ein Ende zu machen. Eine große Anzahl christlicher Mönche und Priester nahmen nach unserer Rückkehr aus dem Viertel der Felaschas den übrigen Theil des Tages in Anspruch. Sie zeigten nicht den Geist des Stolzes und der Bigotterie, welchen Unwissenheit gewöhnlich erzeugt, sondern ste erkannten im Gegentheil bereitwillig an, daß ihre Schlaffheit der Sitten, ihre sündlichen Befriedigungen und abergläubischen Uebungen die Quelle des Mangels am Lichte des Evangeliums und des Abfalls von der Wahrheit seien. Sie alle sprachen die Hoffnung aus , daß unsere Bemühungen für das geistliche Wohl Abysstniens reichlich gesegnet sein möchten sowohl für die Felaschas, als für sie selbst, ein Wunsch, in den wir von Herzen einstimmten. Die Anzeige von unserer Ankunft, welche allen Felaschas des Distrikts gemacht worden war, zog Leute aus allen Dörfern und Niederlassungen an den Ort, den wir zu unserm Aufenthalte ge-