Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 11-12 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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ihre kirchlichen Gebräuche und Ceremonieu, ihren Glauben und ihre Hoffnung an sie zu richten; aber hier wurden wir wieder unangenehm überrascht, als sichs fand, daß unter einer Einwohnerzahl von wenigstens hundert Seelen kein Einziger gefunden wurde, welcher das heilige Wort Gottes lesen konnte. Sie sagten uns, daß sie früher einen Priester gehabt hätten, welcher dem Gottesdienste in der Mesquid Vorstand, daß sie aber seit seinem Tode gänzlich von den Besuchen eines Debterah abhingen, oder eines andern gelehrten Mannes, der äthiopisch') verstände und die verschiedenen Gesetze erklären könnte, welche sie beobachteten, und welche, wie ich hinzufügen will, in wenig Kapiteln des dritten Buches Moses enthalten sind. „Und habt ihr niemals etwas von einem Erlöser gehört, welcher den Thron seiner Herrlichkeit verließ —7 unsere Natur an sich nahm — litt, blutete und starh, damit das Gesetz, das allen Sündern den Tod verkündigt, von dem Evangelio Christi, das allen denen Leben und Unsterblichkeit verspricht, welche Buße thun und glauben, unwirksam gemacht werden möchte?" Ihre Antwort war: „Wir haben von diesen wunderbaren Dingen von Felaschas gehört, welche sich mit Ihnen unterhalten haben, aber vor Ihrer Ankunft haben wir niemals den Namen eines Erlösers nennen hören, noch wußten wir es, daß er in unfern Büchern vorkäme." Wir lasen ihnen mehrere Stellen aus der Schrift vor, und dann schwangen wir uns wieder in den Sattel und arbeiteten unö, theils zu Fuß, theils auf den Maulthieren, über Berg und Felsen, durch tiefe, von schäumenden Wasserfällen geweißten Schlünde, und grüne Wiesen, deren grüne mit Blumen geschmückte Oberfläche gefährliche Fallgruben und betrügerische Sümpfe verbarg, hinab nach Debra Sina, einer Halbinsel, wo wir das Boot2) zu finden hofften, welches un- ') Die Juden wie die Christen haben ihre Religions-Bücher alle im Aethiopischen geschrieben, einer Sprache, welche von dem Volke nicht verstanden wird, und dem amtirenden Priester sehr oft zu wenig bekannt ist. Der jetzige König von Abyssinien wünscht sehr, das Amharische, die Sprache des Landes, in die Kirche einznsühren. a) Diese Boote find aus kolossalen Binsen erbaut, welche in großer Menge an den Ufer» des Tsana wachsen. 13