Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 11-12 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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183 selben Zeit ernstlich wünschten, mit einem Glauben bekannt zu werden, der seine Bekenner bewegen könnte, so viel Beschwerden und Mühen zu ertragen, um ihn ihren Mitmenschen bekannt zu machen. Mehrere alte Felaschas warteten schon anf unS, und da sich zu diesen. bald die übrigen männlichen Einwohner und der größere Theil der weiblichen gesellte, so konnten wir ohne Verzug unsere Bibel öffnen und zu ihnen von den Wundern der erlösenden Liebe reden, die zu predigen uns das Mitleid mit ihrem verlornen und traurigen Zustande, Abyssinien zu besuchen getrieben hätte. Sie machten keine Einwendung, brachten keine Gegenrede vor und beriefen sich auf keine Verdienste, um damit ihre Schuld zu bemänteln, oder ihren Unglauben zu rechtfertigen; Alles was sie sagten war: „Wir wiffen, daß wir Sünder sind und der Vergebung bedürfen, aber weder unsere Priester, noch wir selbst hörten je von einem Erlöser, welcher starb, um Gottes Gerechtigkeit genug zu thun, und um uns die Gnade Gottes zu erwerben." Wir fragten sie, ob sie wünschten, unterrichtet zu werden, um die Liebe Gottes zu den Menschen, wie sie sich in der Menschwerdung, dem Leben und Tode unsers Heilandes geoffenbaret hat, kennen zu lernen. Diese plötzliche Frage verbreitete Lächeln der Freude und Seligkeit über ihre schwarzbraunen und melancholischen Gesichter, und alle vereinigten sich von Herzen in der Antwort: „Ja wir wollen lernen, wenn Sie kommen wollen, uns zu lehren." Ehe wir uns trennten, brachten uns mehrereFrauen Brod, Milch und gepfefferten Teig, und da wir keine Neigung zum Essen hatten, so bestanden sie darauf, diese Zeichen ihrer Gastfreundschaft und Dankbarkeit mit uns auf die Reise zu nehmen. Wir gingen nun über eine prächtige Heide mit weidenden Heerden und erschallend von der wilden Musik der Pfeife der Hirten. Zahlreiche Hütten aus Flachwerk von Rohr, untermengt mit Mimosa-Gebüschen und Akazien-Zweigen waren durch die ganze Arkadische Scene sichtbar, in welche ste7 wie der Tempel einer heidnischen Gottheit eingehüllt waren. Als wir weiter kamen, wurde der Weg rauher, wilder und malerischer. Lustige Klippen und Vorgebirge durchschnitten von tiefen holzreichen Thälern, verdunkelten und eröffneten dann wieder plötzlich die Aussicht über den breiten