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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 11-12 (1862) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
11-12 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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188 Der Geist des Prozessirens, wofür alle Eingebornen eine angehorne Liebe haben, drohte jedoch mehr Zeit in Anspruch zu nehmen, als wir ersparen konnten, und da meine Geduld bereits erschöpft, war, zerhieb ich den gordischen Knoten des unerklärlichen Streits damit, daß ich darauf bestand, daß meine Leute, welche die Angreifer waren, sich bei ihren erbitterten Gegnern entschuldigen sollten. Das fand die volle Billigung des Richters, und sogleich legten sich die Beleidiger, welche eine härtere Strafe fürchteten, schwere Steine auf den Nacken und baten in einer Stellung demüthigcr Erniedrigung die Kläger um Vergebung wegen ihres eiligen Angriffs. Der rachsüchtige Geist, der unter diesen hitzköpfigen, erregbaren und stets zänkischen Volke so herschend ist, war selbst, nachdem die Aussöhnung zu Stande gekommen war, noch nicht völlig beruhigt, und um die müßigen treulosen Wilden, welche an Zank und Streit ihr Vergnügen haben, in ihren Hoffnungen zu täuschen, zogen wir weiter von etwa ein Dutzend Felaschas begleitet, welche alle den erwähnten Zwischenfall beklagten und uns versprachen, uns nach unserer Rückkehr in Genda zu besuchen. Eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir eine Anzahl kegelförmiger mit Stroh gedeckten Hütten nahe bei Gorgora Eila, einer bedeutenden Niederlassung der Felaschas. Da wir matt und müde waren, ließen wir uns im Mittelpunkte dieses ruhigen und einsamen Dörfchens auf eine» grünen rasigen Fleck nieder, und wir würden, rms auch einer angenehmen Nacht erfreut haben, wenn nicht ganze Rudel wilder und verhungerter Hyänen in der Nähe unsers Zeltes und um dasselbe herum bis gegen Morgen ein regelmäßiges Concert ihres Geheuls gemacht hätten. Früh Morgens, noch ehe unsere Leute die Hütten, in welchen sie übernachteten, verlassen hatten, setzten wir unfern Weg nach Gorgora fort, einem Dorfe von Töpfern bewohnt; das ist ein Handwerk, welches allein von den Felaschas betrieben wird. Unser Freund Debterah Negusee und andere Juden, welche uns absichtlich gefolgt waren, um, wie er sagte, mehr von dem Erlöser Israels zu hör«», begegneten uns auf dem Wege. Sie sagten uns, daß in dem Dorfe kein Einziger wäre, der lesen könne, obschon sie alle zur

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