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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 11-12 (1862) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
11-12 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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174 wie und wodurch die Sünde, die Feindschaft gehoben und getilgt, die Versöhnnng bewirkt werden kann, nämlich durch bußfertiges Bekennen der Sündenschuld und durch Darbringung eines unschuldigen Opfers. Dies Opfer war nach 3. Mos. 16 ein doppeltes. Es mußten nämlich zwei Ziegenböcke von der Gemeinde Israels dem Herrn dargestellt werden. Der eine derselben wurde geschlachtet und mit dem Blute dieses geschlachteten Bockes ging der Hohepriester in das Allerheiligste. Mit diesem Blute geschah die Versöhnung. Der andere Bock war der eigentliche Sündenbock, denn er mußte die Sünde Israels aus sich nehmen. Dies wurde vorgebildet und geschah dadurch, daß der Hohepriester feine beiden Hände auf das Haupt deö lebendigen Bockes legte und auf ihn bekannte alle Miffethat der Kinder Israels und alle ihre Uebertretung in allen ihren Sünden. 3.Mos. 16, 81. So mit denSünden beladen, wurde der Bock in die Wildniß und in die Wüste getrieben, damit anzudeuten, daß die Sünde getilgt und aus Israel abgethan sei. Die göttliche Vorschrift bestimmt also, daß der Hohepriester allein die Versöhnung bewirken kann, nicht etwa jeder Israelit für sich; sie wurde nur bewirkt durch das Blut des Opfers; denn ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung; und der Sünder, ein Jeder aus Israel konnte nur auf diese Weise Vergebung erlangen und vor Gott als gerecht angesehen werden. Von Verdiensten, von mehr oder weniger Verdiensten als Sünden, von Abwägen der Verdienste gegen die Sünden ist da keine Rede. Ganz Israel, der Hohepriester, wie der Allergeringste des Volks wird für gleich sündig erklärt; der Hohepriester bekennt seine und seines Volkes Sünde; er ist eben so des Opfers und der Versöhnung bedürftig, wie jeder andere Israelit; er mußte daher auch zuerst und vor allen Dingen für sich selbst ein Opfer darbringen um Vergebung und Versöhnung zu erlangen, ehe er das Amt der Versöhnung für das Volk verwalten konnte. Die Darbringung der Opfer konnte bekanntlich nicht an jedem Orte geschehen, sondern nur an dem Orte, den der Herr selbst dazu erwählte, in Jerusalem. Seitdem also diese Stadt zerstört und Israel aus derselben und aus seinem Lande vertrieben ist, sind sie auch außer Stande zu irgend einer Zeit oder zu irgend einem Feste

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